Die Geburtsgrotte Jesu in Betlehem soll restauriert werden. Das teilten die Franziskanerkustodie des Heiligen Landes und das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem in einer gemeinsamen Erklärung am 23. Januar mit. Auch das armenische Patriarchat und der Staat Palästina seien beteiligt. Die italienische Fachfirma Piacenti, die bereits die Geburtsbasilika restauriert hat, verantworte die Arbeiten unter der Basilika. Sie gelten dem Felsen, den Marmorböden, Säulen und Verzierungen sowie dem silbernen Stern, der den Ort der Geburt Jesu markiert. Angrenzende Bereiche werden stabilisiert. Auch lokale Arbeiterfamilien sollen beschäftigt werden. 600 Jahre lang gab es wohl keine größeren Eingriffe.
Wie für die Grabeskirche in Jerusalem sind die Verantwortlichkeiten, der sogenannte Status quo, für die Geburtskirche komplex. Zu dem 12.000 Quadratmeter großen Areal aus Kreuzgängen, Klöstern, Grotten und weiteren Kirchen gehören ein lateinischer, ein griechisch-orthodoxer und ein armenischer Konvent. Diese drei Konfessionen verwalten den Komplex gemeinsam. Eine seit langem erforderliche Generalsanierung nahm 2012 durch den Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste Fahrt auf, der mit der Anerkennung Palästinas als Staat und dessen Aufnahme als Mitgliedsstaat 2011 ermöglicht worden war. Seit 2019 erstrahlt die Basilika neu in byzantinischem Glanz.
2025 kündigte Präsident Mahmoud Abbas in Rom die nächste Restaurierungsphase an. Die Geburtsgrotte gilt als einer der heiligsten Orte der Christenheit und ist der Hauptanziehungspunkt für den Tourismus im Westjordanland, der sich seit der Corona-Pandemie nicht mehr erholt hat.