Firmung

„Firmung“ kommt vom lateinischen confirmatio und bedeutet „Bestärkung“ oder „Bekräftigung“. Sie gehört neben Taufe und Eucharistie zu den drei Initiationssakramenten, durch die Menschen in die Kirche eingeführt werden. In der Firmung empfangen Getaufte in besonderer Weise die Gabe des Heiligen Geistes. Dies wird durch die Handauflegung und die Salbung mit Chrisamöl ausgedrückt. Der Bischof oder ein von ihm beauftragter Priester zeichnet dabei ein Kreuz auf die Stirn und spricht: „N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Die Firmung stärkt die Verbindung mit Christus und der Kirche und beauftragt dazu, den christlichen Glauben im eigenen Leben zu bezeugen und Verantwortung in der Kirche und für andere Menschen zu übernehmen.

Die Verbindung von Taufe und Firmung reicht bis in die Anfänge des Christentums zurück. In der Apostelgeschichte wird die Gabe des Heiligen Geistes eng mit der Taufe verbunden (vgl. Apg 2,38). In der frühen Kirche wurden Taufe, Firmung und erste Eucharistie deshalb als zusammengehörige Schritte der Eingliederung in die Kirche gefeiert. Im Westen entwickelte sich die Firmung zunehmend zu einer eigenständigen Feier, die mit dem Bischofsamt verbunden wurde. Während sie bei der Erwachsenentaufe bis heute unmittelbar auf die Taufe folgt und die erste Eucharistie anschließt, wird sie bei Menschen, die als Kinder getauft wurden, meist zu einem späteren Zeitpunkt gefeiert. Im deutschsprachigen Raum geschieht dies häufig im Jugendalter. Ein einheitliches Firmalter gibt es dabei nicht; die konkrete Praxis unterscheidet sich zwischen den Diözesen.

Die Firmung ist deshalb nicht einfach der „Abschluss“ der Kindheit oder eine religiöse Bestätigung, die man selbst abgibt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Zusage Gottes: Der Heilige Geist stärkt Menschen auf ihrem Glaubensweg und befähigt sie, ihr Christsein eigenverantwortlich zu leben. Die Firmfeier beginnt in der Regel mit der Erneuerung des Taufbekenntnisses und dem Gebet um den Heiligen Geist. Nach der Firmspendung folgen die Fürbitten und die Eucharistiefeier. Ein Firmpate oder eine Firmpatin kann den Firmling auf diesem Weg begleiten. So verweist die Firmung über den einzelnen Festtag hinaus auf eine bleibende Aufgabe: als Christ oder Christin aus der Kraft des Heiligen Geistes zu leben und die Kirche und die Welt mitzugestalten.

Manuel Uder, Trier

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