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Titelseite Gottesdienst 18/2026

18 / 202614. September 2026

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Papst Leo XIV. ruft immer wieder dazu auf, bei der Feier der Liturgie den kirchlichen Vorgaben treu zu folgen. Er erinnert an den Respekt gegenüber den Riten, wie sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil von Paul VI. und Johannes Paul II. promulgiert wurden.

Das mag für viele zunächst nach einem Appell gegen jegliche Kreativität in der Liturgie klingen. Doch darum geht es nicht. Liturgie zu „gestalten“ bedeutet nicht, die vorgegebenen Abläufe und Texte nach eigenem Geschmack zu verändern. Es bedeutet vielmehr, ihnen in einer konkreten Situation Gestalt zu geben: an einem bestimmten Ort, mit bestimmten Menschen, zu einer bestimmten Zeit und in einer ganz bestimmten Situation. Dafür braucht es liturgische Bildung, Empathie und durchaus einen gehörigen Schuss Kreativität in Bezug auf Text- und Musikauswahl, Raumgestaltung, Lichtregie, Zeichenhandlungen, …

Die liturgischen Bücher geben vieles vor – aber längst nicht alles. Zwischen Rubrizismus und Improvisation liegt ein weiter Raum. Man spricht deshalb zu Recht von „ars celebrandi“, der „Kunst des Feierns“ – einer Kompetenz, die eingeübt werden will. Treue zu den liturgischen Vorgaben ist deshalb kein Gegenprogramm zu Kreativität. Sie eröffnet vielmehr einen Begegnungsraum. Kreativität zeigt sich dann nicht darin, die Liturgie neu zu erfinden, sondern darin, das ihr innewohnende Potenzial zu erkennen und es gut zu nutzen.

Ihr Manuel Uder

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