Luzernar – Lichtdank, Trier: VzF Deutsches Liturgisches Institut 2026; 66 S.; 7,80 €; Bestell-Nr. 6268
(die Bestelladresse findet sich am Ende des Beitrags)
Das Luzernar – auch Lucernar(ium) oder Lichtdanksagung genannt – bezeichnet einen abendlichen liturgischen Ritus, bei dem das Entzünden und Herbeibringen des Lichtes mit einem Lobpreis Gottes verbunden wird. Der Brauch, beim Einbruch der Dunkelheit das Licht zu begrüßen und dafür Dank zu sagen, ist bereits für die frühchristliche Liturgie bezeugt.
Das Luzernar war ein wesentlicher Bestandteil der Kathedralvesper in der östlichen wie in der westlichen Tradition. Zum Ritus gehörten neben dem Entzünden und der Weitergabe des Lichtes ein Hymnus und ein Dankgebet: Der bis heute im Stundengebet verwendete Christushymnus Phos hilaron (vgl. die deutsche Übertragung „Heiteres Licht vom herrlichen Glanze“ von Marie Luise Thurmair, GL 660) ist bereits im 2. Jahrhundert bezeugt. Seine christliche Deutung steht dabei eng mit der biblischen Lichtsymbolik in Verbindung: Christus selbst wird als das Licht bezeichnet, das in die Finsternis kommt und die Dunkelheit von Sünde und Tod überwindet (vgl. Joh 12,46; 2 Kor 4,6). Wenn beim Luzernar das Licht in die dunkle Kirche getragen und weitergegeben wird, wird diese biblische Aussage in einem sinnlich erfahrbaren Zeichen vergegenwärtigt. Mit dem Wandel der liturgischen Praxis verlor das Luzernar in der lateinischen Kirche leider an Bedeutung; erhalten geblieben ist es im römischen Ritus vor allem in der Lichtfeier der Osternacht.
Auch heute kann das Luzernar den Beginn einer gottesdienstlichen Feier sinnenhaft aufwerten. In einer dunklen Kirche wird eine Kerze – in der Osterzeit die Osterkerze – hereingetragen und das Licht unter den Mitfeiernden verteilt. Auf den Lichtruf und einen Lichthymnus folgt die eigentliche Lichtdanksagung. Je nach Gottesdienstform schließen sich daran die Verkündigung des Wortes Gottes, die Psalmen oder in der Eucharistiefeier das Gloria beziehungsweise das Tagesgebet an.
Die Publikation „Luzernar – Lichtdanksagung“ stellt dafür 18 Modelle von Lichtdanksagungen bereit. Sie sind auf unterschiedliche Zeiten des Kirchenjahres und verschiedene gottesdienstliche Anlässe zugeschnitten: auf Abend und Morgen ebenso wie auf Advent, Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Darstellung des Herrn, Fasten- und Osterzeit, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Weitere Modelle widmen sich Kirchweih, Maria und den Heiligen, Tod und Vollendung sowie den Themen Frieden, Schöpfung und Klage. Die Lichtdanksagungen liegen sowohl mit als auch ohne Noten vor.
Damit bietet die Publikation eine Sammlung von Texten und Gesängen, mit denen das Luzernar in unterschiedlichen gottesdienstlichen Zusammenhängen gestaltet werden kann – insbesondere in Wort-Gottes-Feiern und Tagzeitengebeten, aber auch im Rahmen der Eucharistiefeier.
Dr. Manuel Uder, DLI, Trier
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