Benedikt Winkel: Kinderliturgie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Eine Untersuchung von Werkbüchern zwischen 1963 und 1983 (Studien zur Pastoralliturgie 52); Regensburg: Verlag Friedrich Pustet 2025; 360 S.; 52,00 €; ISBN 978-3-7917-3617-4
Kindergottesdienste gehören heute zum gottesdienstlichen Leben vieler Gemeinden. Ihre Entwicklung im Umfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils war bislang jedoch nur wenig untersucht.
Der Autor der vorliegenden liturgiewissenschaftlichen Studie nimmt die Entstehung und Entwicklung der katholischen Kinderliturgie über einen Zeitraum von rund zwanzig Jahren in den Blick. Ausgangspunkt sind ausgewählte „Werkbücher“ für Gottesdienste mit Kindern, die vor und nach dem Konzil entstanden und teilweise in hohen Auflagen verbreitet wurden. Sie werden mit den theologischen und liturgischen Entwicklungen der Zeit, den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils, dem Direktorium für Kindermessen sowie den Richtlinien der deutschen Bischöfe in Beziehung gesetzt.
Dabei wird sichtbar, wie sich Vorstellungen von tätiger Teilnahme, liturgischer Sprache und kindgerechter Gestaltung im Zuge der liturgischen Erneuerung verändert haben. Die Analyse macht nachvollziehbar, wie stark die konkrete gottesdienstliche Praxis für Kinder durch pastorale Entwicklungen und publizierte Modelle geprägt wurde, auch dort, wo entsprechende Vorgaben zunächst fehlten.
Die umfangreiche Studie ist vor allem für die Forschung von Interesse, bietet aber auch Verantwortlichen in der Kinderliturgie wichtige Einblicke in die Entstehung heutiger Formen und die theologischen Voraussetzungen, die ihnen zugrunde liegen.
Dr. Manuel Uder, DLI, Trier