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Titelseite einfach leben 11/2026

Nr. 11 – 2026: November

Inhalt
1. Auflage 2026
Bestellnummer: Z330120
Der November beginnt mit Allerheiligen und endet mit dem Advent. Beides gehört zusammen. An Allerheiligen feiern wir die Menschen, die durch den Tod eingetaucht sind in die Herrlichkeit Gottes, bei denen Gott für immer angekommen ist. Im Advent warten wir auf das Kommen Gottes. Der November als Totenmonat stellt uns in die Spannung zwischen der Trauer um unsere Verstorbenen und der Sehnsucht, wie sie das Kommen Gottes zu erleben. Unser Denken an die Verstorbenen ist nicht nur von Trauer erfüllt, weil wir Abschied nehmen mussten von ihnen, weil sie uns allein gelassen haben. Wenn wir an die Toten denken, die wir geliebt haben, sehnen wir uns auch danach, dass wir sie wiedersehen. Wenn wir uns wiedersehen, dann wird die Liebe, die wir hier, in diesem irdischen Leben, immer auch als brüchig erfahren haben, vollendet sein. Dann wird es keine Missverständnisse mehr geben. Dann werden wir ganz eins miteinander. Die Sehnsucht, uns wiederzusehen und gemeinsam vollendet, ganz, unverfälscht und ursprünglich zu sein, verwandelt unsere Trauer. Sie ist wie ein Licht, das die Trauer erhellt. Die Sehnsucht nach dem Wiedersehen lädt uns aber auch ein, die ursprüngliche und unverfälschte Gestalt der Verstorbenen zu meditieren: Was wollten sie durch ihr Leben vermitteln? Was ist ihre Botschaft an mich? Wer war der verstorbene Vater, die verstorbene Mutter, die verstorbene Partnerin, das verstorbene Kind? Wir haben uns oft an ihrer Begrenztheit gerieben. Aber jetzt sind sie vollendet. Jetzt fällt alles ab, was ihr wahres Wesen verstellt hat. Und so können wir auch auf ihr Leben und auf ihr Wesen mit neuen Augen schauen. Vielleicht geht uns dann auf, was hinter dem harten Herzen an Verletzung und zugleich an Sehnsucht steckte. Vielleicht erahnen wir auch, was sich hinter dem verletzten Menschen an Liebe verbarg, die er nicht zeigen konnte, weil Verbitterung ihn daran gehindert hat.
Die Sehnsucht, die der Advent in uns wecken möchte, ist nicht nur die Sehnsucht nach dem Kommen Jesu, nach dem Kommen Gottes in unserem Herzen. Es ist auch die Sehnsucht, dass die Verstorbenen auf neue Weise zu uns kommen – als die, die verwandelt worden sind, in denen jetzt die Herrlichkeit Gottes aufleuchtet, die durch den Tod ihre wahre Gestalt erlangt haben.
So wünsche ich Ihnen einen gesegneten Monat November, in dem die Trauer sich in Sehnsucht wandelt und der Blick auf die Verstorbenen sie in ihrer „doxa“, in ihrer wahren Gestalt, in ihrer Herrlichkeit, zu schauen vermag.

Über diese Ausgabe

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