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Titelseite einfach leben 2/2026

Nr. 2 – 2026Februar

Inhalt
1. Auflage 2026
Bestellnummer: Z330113

Der Februar ist in diesem Jahr geteilt: Die erste Hälfte ist Faschingszeit und die zweite Fastenzeit. So kommt in diesem Monat die Grundspannung unseres Menschseins zum Ausdruck: Feiern und Fasten. Beides gehört zusammen. Wer nicht fasten kann, kann auch nicht feiern. Und wer nicht feiern kann, sollte lieber nicht fasten. Denn das könnte bei ihm sonst zur Lebensverneinung führen und nicht zur inneren Freiheit. Sowohl beim Fasten als auch beim Feiern geht es ja um die Freiheit. Das Feiern braucht die Freiheit von all den sonstigen Normen, die mein Leben bestimmen. Da überspringe ich die strengen Regeln, die ich mir sonst im Alltag setze, ich steige bewusst aus dem Gewohnten aus. Und wenn ich andererseits die Fastenzeit als Trainingszeit in die innere Freiheit verstehe, heißt das: Ich bin frei, ein Bedürfnis zu erfüllen und darauf zu verzichten. Wir alle sehnen uns heute nach Freiheit und spüren zugleich, wie sehr wir uns abhängig machen von dem Druck, dem wir ständig ausgesetzt sind. Da meinen wir, wir müssten jede Mail oder WhatsApp-Nachricht sofort beantworten und fühlen uns auch gedrängt, alle Informationen – seien sie aus unserer Social Media Community oder aus der weiten Welt – in uns eindringen zu lassen. Wir übernehmen die Maßstäbe, die uns die anderen vorgeben und setzen uns selbst unter Druck: dass wir etwa genauso erfolgreich sein müssten, wie es uns die Freundinnen vorgaukeln, oder dass wir auch in dem Land Urlaub machen müssen, von dem andere so sehr schwärmen. Die Fastenzeit wäre jetzt die Zeit, in der wir uns unserer Unfreiheit bewusst werden und uns in die Freiheit einüben können: in die Freiheit von dem Druck, den nicht nur die anderen, sondern den wir auf uns selbst ausüben. So wünsche ich Ihnen, dass Sie sich im Februar in die Freiheit einüben: Sowohl beim Feiern, bei dem sie sich nicht von den Normen der anderen bestimmen lassen, sondern sich frei fühlen. Als auch im Fasten, das Sie zur inneren Freiheit führen möchte, zur Freiheit gegenüber den Bedürfnissen und zur Freiheit von den Erwartungen der anderen und von ihren eigenen inneren Ansprüchen. Jesus sagt: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh 8,32) Wenn wir uns der inneren Wahrheit stellen, dann sind wir wahrhaft frei. Dann sind wir frei von der Angst, die anderen könnten hinter der Fassade unsere brüchige Wirklichkeit erkennen. Wir akzeptieren unsere Wirklichkeit so, wie sie ist, im Vertrauen, dass Gott uns bedingungslos annimmt. Dieses bedingungslose Angenommensein macht uns wahrhaft frei.

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