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Titelseite einfach leben 7/2026

Nr. 7 – 2026Juli

Inhalt
1. Auflage 2026
Bestellnummer: Z330117

Dieser Monat ist für viele Menschen eine Zeit des Unterwegsseins. Auf den 24. Juli fällt das Fest des hl. Christophorus, des Patrons der Reisenden. Viele haben in ihrem Auto eine Plakette mit dem Bild dieses Heiligen. Wenn sie auf dieses Bild schauen, werden sie im dichten Stadtverkehr oder bei vollen Autobahnen vertrauensvoller sein. Es ist eine Verheißung, die in der Geschichte des hl. Christophorus erzählt wird: dass sie sicher ans Ziel kommen. Christophorus ist auch der Schwellenheilige. Im Mittelalter hat man oft beim Kircheneingang ein überlebensgroßes Bild des hl. Christophorus angebracht. Wer aus der Kirche ging und das Bild des Heiligen anschaute, vertraute darauf, bis zum Abend seine Lebenskraft nicht zu verlieren. Weil das Überschreiten einer Schwelle mit Angst verbunden war, gab es Schwellenrituale. Wir praktizieren heute solche Rituale immer noch, etwa wenn wir beim Betreten der Kirche uns mit Weihwasser bekreuzigen. Das bedeutet, dass wir uns an dieser Schwelle bewusst reinigen von all den Trübungen, die in den Wirrungen unseres Alltags unser eigentliches, ursprüngliches Bild verdunkeln. In meiner Familie war so ein Weihwasserbecken auch an der Haustüre. Wenn wir unsere Wohnung betraten, reinigten wir uns durch ein Kreuzzeichen mit dem Weihwasser von allem Ärger, den wir in der Arbeit erlebt hatten, von den vielen negativen Worten, die wir gehört und die unser Denken eingetrübt hatten.
Im Juli gehen viele Menschen auf Reisen. Da tut es gut, dass wir uns auf der Reise beschützt wissen. Natürlich ist es Gott, der uns schützt. Aber die Menschen früherer Zeiten haben den Schutz, den Gott gewährt, mit dem Bild von Heiligen in Verbindung gebracht. Bilder lassen den Glauben bis in die Tiefen des Unbewussten dringen. Wenn wir nur mit dem Verstand und mit dem Willen glauben, geht der Glaube nicht tief genug. Wir brauchen Bilder für unseren Glauben, damit wir auch in der Tiefe unserer Seele darauf vertrauen, dass Gott uns auf unserem Weg begleitet und uns schützt.
So wünsche ich Ihnen, dass Sie sich auf Ihren Reisen von Gottes Segen begleitet und behütet wissen. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie bewusster die Schwellen überschreiten, die Schwelle ihrer Wohnung nach draußen und die vielen Schwellen, über die Sie tagsüber gehen. Dann werden Sie bewusster in die Räume fremder Menschen eintreten und auch achtsamer in die eigene Wohnung gehen. Dann lassen Sie all das, was Sie erregt hat, was Sie verletzt hat, was Ihr Denken getrübt hat, draußen und genießen Ihre Wohnung als den heiligen Raum, der auch von Gott bewohnt ist. Sie treten ein in einen gesegneten Raum, in dem Sie vom Segen Gottes umgeben sind.

Über diese Ausgabe

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