Anzeige: Das kleine Buch der Stille. Zur eigenen Mitte finden. Von Anselm Grün
Titelseite einfach leben 1/2026.

Nr. 1 – 2026Januar

Inhalt
1. Auflage 2025
Bestellnummer: Z330112

Wenn wir das erste Kalenderblatt des neuen Jahres aufschlagen, dann steckt darin auch die Verheißung eines Neubeginns. Neu beginnen bedeutet: Ich bin nicht festgelegt durch das Vergangene, weder durch meine Erziehung noch durch meine Fehler. Das neue Jahr liegt wie ein unbeschriebenes Blatt vor mir. Ich kann Neues darauf schreiben. Das Neue hat eine eigene Faszination. In einem neuen Kleid fühle ich mich wie neu. In einem neuen Auto zu fahren, ist besonders reizvoll. Natürlich wissen wir zu Beginn eines neuen Jahres auch, dass manches Alte in uns weiterwirkt. Aber wir sollten der Verheißung trauen: Auch wenn wir wieder zurückfallen in alte Fehler, wir können immer wieder neu beginnen. Die Mönche kennen dazu eine Übung: Wenn wir das Gefühl haben, dass uns so vieles in der Vergangenheit belastet, sollen wir uns vorsagen: „Ist einer in Christus, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen. Siehe es ist neu geworden.“ (2 Kor 5,17) Die Worte „Berührung mit dem Neuen, das schon in mir ist“, befähigen mich zu einem neuen Denken, neuen Sprechen und neuen Handeln. Die Kirche kennt kein eigenes Neujahrsfest. Am 1. Januar feiert sie das Fest der Gottesmutter Maria. Von ihr heißt es im Evangelium: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2,19) Das könnte eine gute Haltung sein für das Neue Jahr. Im Griechischen stehen hier zwei Worte: „synterein = zusammenschauen“ und „symballein = zusammenwerfen, hin und her bedenken“. Alles, was uns von außen geschieht, versuchen wir zusammenzusehen mit unserem Glauben. Können wir es zusammenbringen mit unserer bisherigen Sichtweise von Gott? Oder will uns das, was wir erleben, zu einer neuen Sicht des Glaubens führen? Es geht darum, alles, was Menschen zu uns sagen und was wir erleben, in unserem Herzen hin und her zu bewegen und Gott zu fragen, was er uns damit sagen möchte. Diese Vorstellung könnte uns helfen, das Neue Jahr mit Vertrauen und Hoffnung zu beginnen. Es muss nicht nach unseren Wünschen ablaufen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns in allem, was uns widerfährt, eine Botschaft vermitteln möchte, die Botschaft, die auch Maria beglückte: dass Gott in uns geboren wird und alles in uns neu machen möchte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr.

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