Eigentlich hätte es ein "Heimspiel" werden sollen: Im September 2006 besuchte Benedikt XVI. die Stätten seiner Kindheit und Jugend in Bayern. Dass ausgerechnet diese Reise und ein Vortrag an der Universität Regensburg einen weltweiten Eklat auslösen würden, hätte wohl niemand gedacht. Die "Regensburger Rede" ging ins theologische kollektive Gedächtnis ein.
Warum das so war und inwiefern die Rede auch heute noch lesenswert ist hat COMMUNIO-Schriftleiter Jan-Heiner Tück im österreichischen Theologie-Podcast "Diesseits von Eden" erklärt.
Darin hält Tück u.a. fest, dass die Regensburger Rede bis heute Herausforderungen für eine zeitgemäße christliche Theologie formuliert. Der Eklat, den ein "unglückliches Islamzitat" von Benedikt XVI. in der Rede ausgelöst hatte und das zu Protesten u. a. von muslimischen Gelehrten geführt hatte, überlagerte laut Tück die eigentliche Stoßrichtung der Rede, die das Zueinander von Glaube und Vernunft zum Thema hatte.
Als weiterhin bedeutsam nannte Tück etwa die Forderung, dass zeitgemäße Theologie "traditionssensibel" auch in dem Sinne sein müsse, dass sie Kategorien und Sprachangebote der griechischen Philosophie als konstitutiv für das Christentum verstehe. Benedikt XVI. habe daran erinnert, dass diese Allianzen und Durchdringungen von Glaube und griechischer Philosophie das Christentum von Beginn an bestimmt hätten, etwa auch im Konzil von Nizäa 325.
Hier kann der Podcast im Original nachgehört werden: