Seit dem 28. Februar 2026 herrscht Krieg zwischen Israel und den USA einerseits und Iran andererseits. Angesicht des eskalierenden Kräftemessens, in dem es um die regionale Neuordnung Westasiens und die weltpolitischen Konstellationen der Zukunft geht, erklärte der pakistanische Außenminister am 29. März 2026, sein Land sei bereit, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln.
Was kann ein Land, das seit seiner Gründung 1947 vier Kriege gegen Indien führte, einen Kleinkrieg in Kaschmir befeuert und gegenwärtig gegen seinen Nachbarn Afghanistan militärisch vorgeht, den Konfliktparteien bieten? Warum wird ausgerechnet Pakistan als sunnitisch ausgerichtetes Land vom schiitisch dominierten Nachbarn Iran als neutraler Makler akzeptiert?
Selbstbewusste Mittelmacht
Pakistans Angebot guter Dienste und einer Vermittlung fand jedenfalls ein positives Echo. Die Kontrahenten stimmten einer, wenn auch befristeten und immer wieder unterbrochenen, Waffenruhe zu, und das Serena-Hotel in der pakistanischen Hauptstadt wurde zum Ort einer ersten Runde hochrangiger iranisch-amerikanischer Gespräche. Ob allerdings diese "Islamabad Talks" nur Vorstufe für eine weitere Eskalation waren, ist gegenwärtig nicht absehbar.
Gleichwohl bedeutete das Treffen in Islamabad für die pakistanische Führung einen nicht zu unterschätzenden Reputationsgewinn. Pakistan trat als selbstbewusste und gestaltungsfähige Mittelmacht in Erscheinung und signalisierte einer sich rasch verändernden Welt, dass sie mit dem Land an beiden Ufern des Indus rechnen soll.
Die religiös begründete pakistanische Staatsidentität wurde in der Folgezeit zum Vorbild für Versuche, eigenständige politische Systeme auf der Grundlage des Islam zu errichten.
Dabei ist die kurze Geschichte Pakistans voller gewaltsamer Widersprüche. Sie begann 1947 in der Anfangsphase des Kalten Krieges. Im Schatten des "Great Game". Das Ende der britischen Herrschaft über Indien führte zu einer Staatsgründung auf religiöser Grundlage, die den Muslimen des indischen Subkontinents eine eigene Heimstatt bieten sollte. In Pakistan, dem "Land der Reinen", wollten nach der Trennung von der hinduistischen Bevölkerungsmehrheit Indiens nach Regeln des Islam leben. Die religiös begründete pakistanische Staatsidentität wurde in der Folgezeit zum Vorbild für Versuche, eigenständige politische Systeme auf der Grundlage des Islam zu errichten. Sie wurden als "Islamischer Staat" oder als "Islamische Republik" bezeichnet.
In Vergessenheit geriet dabei, dass sich Ali Muhammad Jinnah, der westlich geprägte und bis heute verehrte Gründungsvater Pakistans, um eine für zeitgemäß gehaltene moderne Ausrichtung seiner Republik bemühte. Als Bundesstaat gewährt Pakistan bis heute seinen geografisch und ethnisch unterschiedlichen Provinzen weitreichende Befugnisse der Selbstverwaltung. Mit der Nationalversammlung und dem Senat als den obersten Organen der Gesetzgebung verfügt das Land über ein repräsentatives Zweikammersystem britischer Prägung, in dem die politische Willensbildung im Rahmen von Parteien erfolgen soll. Der Premierminister führt die Regierung, als Staatsoberhaupt hat der Präsident überwiegend repräsentative Funktion.
Für die gesellschaftliche Stabilität und die politische Zukunft des Landes sind in der Verfassungswirklichkeit letztlich die Spitzen der militärischen Hierarchie entscheidend. Geprägt von der britischen Militärtradition üben sie überall dort ihren Einfluss aus, wo sie die innen- und außenpolitischen Staatsinteressen Pakistans gefährdet sehen. Seit den 1980er-Jahren regelmäßig modernisiert, gehören konventionelle und hybride Kriegsführung sowie Spezialoperationen zum Leistungsspektrum der pakistanischen Streitkräfte. Ihre Führungs- und Truppenschulen gelten in der islamisch geprägten Staatenwelt neben denen der Türkei als führend. Bis zu 35 Staaten, darunter auch Saudi-Arabien, lassen ihre Offiziere in Pakistan ausbilden. Am Command and Staff-College in Quetta nehmen Offiziere aus den USA und Großbritannien an der Ausbildung teil.
Land der Kontraste
Seit seiner Gründung steht Pakistan in Gegnerschaft zu Indien. Als nach dem 2. Weltkrieg die Auflösung des britischen Imperiums begann, wurde das nach Unabhängigkeit strebende Britisch-Indien gemäß der Maxime divide et impera aufgeteilt. Das unabhängige Indien, der bei weitem größte Teilstaat des indischen Subkontinents, wurde als potenzielle asiatische Großmacht von West- und Ostpakistan, dem heutigen Bangladesch, eingerahmt und damit in seinen Wirkungsmöglichkeiten strategisch gehemmt. Von britischer Seite wird allerdings regelmäßig und nicht unglaubhaft betont, diese "Einrahmung" Indiens sei nicht die Absicht der Teilung, sondern die Folge der tatsächlichen Bevölkerungsverteilung der indischen Muslime gewesen und dem Umstand geschuldet, dass Ostpakistan das traditionelle Siedlungsgebiet der muslimischen Bengalen war.
Auch der junge pakistanische Staat musste es hinnehmen, dass Kaschmir mit seiner muslimischen Mehrheit geteilt und der größere Teil der Provinz von Indien besetzt wurde. Dieser Verstoß gegen den Teilungsbeschluss des Indian Independence Act führte 1947 und 1965 zu zwei blutigen Kriegen, die beide mit einer Niederlage Pakistans endeten. Der dritte indisch-pakistanische Krieg führte schließlich 1971 zum Verlust Ostpakistans und der Gründung des nun seinerseits von Indien eingerahmten Bangladesch.
Damit nicht genug: Im Jahre 1999 kam es im Himalaja zum Konflikt um den indisch verwalteten Distrikt Kargil, der unmittelbar an Pakistan grenzt. Auch am Siachen-Gletscher im indischen Ladakh sind Hochgebirgsscharmützel in 6000 Metern Höhe keine Seltenheit. Hier ist ebenso wie an Pakistans Westgrenze mit Afghanistan, der sogenannten Durand-Linie, die Grenzführung umstritten. Deshalb suchen Pakistan und Indien unter den Stämmen und Fraktionen Afghanistans regelmäßig nach Verbündeten und finden sie bei entsprechenden finanziellen Zuwendungen.
Heute sitzt in Islamabad die einzige islamische Regierung, die über Nuklearwaffen und die zu ihrem Einsatz notwendigen Trägersysteme verfügt.
Schon 1972 hatte das pakistanische Atomprogramm unter Staatspräsident Zulfikar Ali Bhutto begonnen, um Konsequenzen aus der Niederlage gegen Indien und dem Verlust Ostpakistans 1971 zu ziehen. Ende Mai 1998 fanden schließlich die ersten pakistanischen Nukleartests in den abgelegenen Chagai Hills Belutschistans statt, nachdem Indien kurz zuvor seine eigenen Nukleartests durchgeführt hatte. Heute sitzt in Islamabad die einzige islamische Regierung, die über Nuklearwaffen und die zu ihrem Einsatz notwendigen Trägersysteme verfügt. Pakistan weigert sich ebenso wie Indien und Israel den Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, den Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen, zu unterzeichnen.
Religiöser und sozialer Sprengstoff
Pakistan ist das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung von gegenwärtig knapp 260 Millionen Menschen. Das Land wächst rasch, rund 80 Prozent sind Sunniten, Schiiten machen in Pakistan knapp 20 Prozent der Bevölkerung aus. Mehrheitlich handelt es sich wie im Iran um Zwölf-Schiiten, hinzu kommt eine vergleichsweise kleine Gruppe von Ismailiten.
Die Mehrheit der pakistanischen Muslime zieht trotz der Radikalisierungstendenzen keine scharfen Trennlinien zwischen den verschiedenen Ausprägungen ihrer Religion.
Unterschiedliche religiöse Strömungen unter den Sunniten wirken sich regional aus: So dominieren die Baralevi-Sunniten, die den Islam als "Volksreligion" praktizieren, den Punjab, während die an Afghanistan angrenzende Grenzregion Khyber Pakthunkhwa von Vertretern der Deobandi-Bewegung geprägt wird. In beiden Provinzen ist eine religiose Radikalisierung unübersehbar. Im Sindh sind vor allem in der Metropolregion Karachi alle muslimischen Glaubensrichtungen vertreten, ähnliches gilt für die Provinz Belutschistan. Dabei zieht die Mehrheit der pakistanischen Muslime trotz der Radikalisierungstendenzen keine scharfen Trennlinien zwischen den verschiedenen Ausprägungen ihrer Religion. Im Handel und Wandel des Tages ermöglicht und erleichtert ein pragmatisches Verhalten das friedliche Zusammenleben.
Neben dem Islam prägt eine komplexe und rigide Sozialstruktur die Wirklichkeit der pakistanischen Gesellschaft. Zwar gibt es kein hinduistisches Kastendenken, gleichwohl aber ein durchaus vergleichbares, deutlich abgestuftes Dreiklassen-System als Folge althergebrachter Feudalstrukturen. An oberster Stelle der gesellschaftlichen Hierarchie stehen die Familien der Großgrundbesitzer in den Agrargebieten. Sie beherrschen ganze Landstriche politisch und wirtschaftlich. In den Städten dominieren, oft in Personalunion, industrielle und politische Elitefamilien, gefolgt und unterstützt von Beamten und kleineren bis mittleren Unternehmern. Die Masse der pakistanischen Gesellschaft gehört zur dritten Klasse, der Unterschicht, mit ihren Tagelöhnern, Landarbeitern und kleinen Gewerbetreibenden. Hier ist die Zahl der Analphabeten sehr groß. In dem vorwiegend patriarchalisch organisierten pakistanischen Gemeinwesen bildet die Großfamilie mit arrangierten Ehen innerhalb des eigenen gesellschaftlichen und religiösen Umfelds den Kern der Gesellschaft.
Das pakistanische Militär erweist sich als politisch aktives Bindeglied zwischen Ober- und Mittelschicht. Die hohen Offiziere, nicht zuletzt die Korpskommandeure, verfügen ebenso wie hochrangige Mitarbeiter der Geheimdienste, insbesondere des militärisch dominierten Inter-Services-Intelligence (ISI), über einen ausgeprägten Macht- und Gestaltungswillen. Sie wirken mit ihrem Umfeld in Krisen- und Konfliktlagen an strategischen Entscheidungen maßgeblich mit.
Mitspieler oder Spielball?
Zwischen Afghanistan und Iran, Indien und China sieht sich Pakistan nicht ohne Grund in einer geopolitisch exponierten, gefährlichen Lage. Gleichwohl bieten die Verbindungslinien nach Zentral-, Süd- und Westasien Chancen zum operativen Handeln. Es kommt darauf an, die exponierte Situation des eigenen Landes, wo und wann auch immer, zu nutzen und gleichzeitig offene Flanken zu schützen.
Der Kalte Krieg bot in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Gelegenheit dazu. Während sich Indien der Sowjetunion zuwandte, orientierte sich Pakistan Richtung USA. Im amerikanischen Bündnissystem der 1950er Jahre, dem strategischen Containment der Sowjetunion, wurden Ost- und Westpakistan zum Scharnier zwischen den beiden westlich orientierten Militärbündnissen CENTO und SEATO. Im Jahrzehnt der Aufbauphase Pakistans, einer "säkularen" Epoche des Landes, flossen Milliarden US-Dollar nicht nur in die militärische Ausstattung der pakistanischen Armee, sondern auch in Infrastruktur- und Gesundheitsprogramme.
Doch wurden seit Beginn der 1960er Jahre die amerikanischen Transferleistungen zunehmend von politischen Querelen und gegenseitigem Misstrauen begleitet, denn sie waren oft mit Bedingungen wie Demokratieförderung oder Terrorbekämpfung verbunden, die das bilaterale Verhältnis teilweise schwer belasteten. Die entscheidende Zäsur brachte dann das Schlüsseljahr 1979 mit der Revolution im Iran, der Machtübernahme Ajatollah Chomeinis, der Besetzung der Al-Haram-Moschee in Mekka durch islamistische Extremisten und dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan.
So wurde Pakistan in den 1980er Jahren zum notwendigen und unverzichtbaren Umschlagplatz westlicher Unterstützung für die afghanischen Mujaheddin, bis schließlich die sowjetische Armee 1989 geschlagen das Land am Hindukusch verließ. Zwei Jahre später brach die Sowjetunion zusammen und der Erfolg des Westens in Afghanistan erwies sich als Pyrrhussieg. Im nachfolgenden Bürgerkrieg ergriffen die von Pakistan unterstützten Taliban erstmals die Macht in Kabul. Es folgten der 11. September 2011, der amerikanische Kampf gegen den Terror und die Operation "Enduring Freedom". Ihren symbolischen Höhepunkt dokumentiert ein Foto, das Präsident Obama und Außenministerin Hillary Clinton während der Live-Übertragung der Liquidierung Osama bin Ladens zeigt. Es weist allerdings auch auf das höchst zweifelhafte pakistanische Verhältnis zum islamischen Terrorismus hin, denn der Führer der Al-Quaida hatte bis zu seiner Hinrichtung durch amerikanische Sonderkräfte in unmittelbarer Nähe pakistanischer Militäreinrichtungen in Abbotabad Unterschlupf gefunden. Zähneknirschend mussten die pakistanische Regierung und der ISI die amerikanische Operation dulden.
Anders als Washington vermittelt Peking seinen pakistanischen Partnern nicht das Gefühl, mit den Hilfsleistungen seien politische Auflagen verbunden.
Es darf also nicht verwundern, dass sich Islamabad nach einem verlässlicheren Partner und Geldgeber umsah und ihn in Peking fand. Bereits 1950 hatte die Volksrepublik China Pakistan offiziell anerkannt. Beide Länder verband seither der Gegensatz zu Indien, der Islamabad sogar übersehen lässt, dass auch China im Himalaja einen nicht unbeträchtlichen Teil Kaschmirs besetzt hält. Schon seit Jahren haben die chinesischen Hilfsgelder der Belt and Road Initiative die Finanzleistungen der USA überflügelt. Für den China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) sollen seit 2013 bis zu 60 Milliarden US-Dollar nach Pakistan geflossen sein. Sie finanzieren Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau des Hafens von Gwadar, der ostwärts der Straße von Hormuz durch die China Overseas Port Holding Company betrieben wird.
Anders als Washington vermittelt Peking seinen pakistanischen Partnern nicht das Gefühl, mit den Hilfsleistungen seien politische Auflagen verbunden, obwohl die meisten Projekte mit einer erheblichen Verschuldung Pakistans einhergehen. Immerhin gibt es in ländlichen Regionen Unzufriedenheit, wenn chinesische Bauprojekte ohne Beteiligung der örtlichen Bevölkerung abgewickelt werden. Dennoch betrachtet die überwiegende Mehrheit der pakistanischen Öffentlichkeit China als einen Freund für alle Lebenslagen. Und die politische und militärische Elite des Landes vergisst nicht, dass die technische Unterstützung durch Peking für die Verwirklichung des pakistanischen Nuklearprogramms wesentlich war.
Drahtseilakt in kritischer Lage
Welche Folgerungen ergeben sich aus dem zeitgeschichtlichen Rückblick und der geopolitischen Analyse für Pakistans Rolle in der aktuellen Spannungslage? Kann Islamabads ambitionierte Außenpolitik jenseits medialer Selbstdarstellung und Wahrnehmung tatsächlich zur diplomatischen Konfliktlösung beitragen?
Zunächst bleibt festzuhalten, dass Pakistan bereits einmal auf dem Drahtseil zwischen Washington und Peking bemerkenswertes Geschick entfaltete. 1972 spielte es bei der Annäherung zwischen China und den USA, der sogenannten "Ping-Pong-Diplomatie" unter Nixon und Kissinger, eine diskrete und wirkungsvolle Vermittlerrolle. Heute hat der "Allwetter-Freund" in Peking ein vitales Interesse an der raschen Öffnung der Straße von Hormuz und auch Trump und seine Umgebung halten Islamabad für einen geeigneten Ort der gewaltbegleitenden diplomatischen Kommunikation mit Teheran. Jedenfalls erfolgten die pakistanischen Vermittlungsbemühungen mit der Zustimmung Pekings und Washingtons und möglicherweise sogar auf ausdrückliche chinesische Anregung.
Die Beziehungen Pakistans zum Iran sind ähnlich wie die zu den USA von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet. Einerseits war der Iran das erste Land, welches Pakistan 1947 offiziell anerkannte und während der Kriege gegen Indien unterstützte. Andererseits verfügt das überwiegend sunnitisch geprägte Pakistan seit der Machtergreifung Chomeinis über eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit der bewusst schiitisch ausgerichteten Islamischen Republik Iran. Auf beiden Seiten der Grenze leben die Stämme Belutschistans, die während der britischen Kolonialherrschaft im Khanat von Kalat über weitgehende Selbstständigkeit verfügten.
In der aktuellen Krisenlage haben Islamabad und Teheran ein ausgeprägtes Interesse daran, dass es auf beiden Seiten der gemeinsamen Grenze ruhig bleibt.
Belutschistan wurde 1947 gegen erheblichen Widerstand an Pakistan übergeben, um dem neuen Staatswesen zumindest westlich des Indus strategische Tiefe zu geben. Doch noch heute finden die Stämme des unwirtlichen Grenzgebiets interessierte Dritte, die von außen ihre Separationsbestrebungen und kriminellen Schmuggelaktivitäten unterstützen. Jedoch haben in der aktuellen Krisenlage Islamabad und Teheran ein ausgeprägtes Interesse daran, dass es auf beiden Seiten der gemeinsamen Grenze ruhig bleibt.
Perspektiven in unsicherer Zeit
Diese Zeilen werden zu einem Zeitpunkt geschrieben, in dem unklar ist, ob die "Islamabad Talks" fortgesetzt werden können. Als Alternative zeichnet sich eine Intensivierung des Krieges mit unabsehbaren militärischen und ökonomischen Konsequenzen ab, die nicht nur die Region, sondern die Staatengemeinschaft insgesamt in Mitleidenschaft ziehen würden.
Mehr denn je kommt es heute für Regierungen darauf an, auf komplexe, schwer zu überblickende Szenarien rasch, lagegerecht und interessenorientiert zu reagieren. Es geht dabei kaum noch um moralische Erwägungen, sondern um die staatliche und gesellschaftliche Existenzsicherung durch kluge Positionierung zwischen konkurrierenden Ideologien und Mächten.
Islamabads diplomatische Aktivitäten verweisen jedenfalls auf die Wirklichkeit internationaler Politik im 21. Jahrhundert. Mehr denn je kommt es heute für Regierungen darauf an, auf komplexe, schwer zu überblickende Szenarien rasch, lagegerecht und interessenorientiert zu reagieren. Es geht dabei kaum noch um moralische Erwägungen, sondern um die staatliche und gesellschaftliche Existenzsicherung durch kluge Positionierung zwischen konkurrierenden Ideologien und Mächten.
Die langjährigen und teilweise schwierigen politischen Beziehungen zu Washington und Peking haben Islamabad in die Vermittlerrolle mit Teheran geführt, die entschlossen und mit bemerkenswerter Umsicht wahrgenommen wird. Sollte sie zur Beendigung des Krieges beitragen, wäre das ein großer diplomatischer Erfolg. Aber selbst bei einem Scheitern der Verhandlungen, mit dem angesichts der dominanten strategischen Bedeutung des iranischen Nuklearprogramms und dem geschickt kalkulierten Vorgehen Teherans zu rechnen ist, stünde die pakistanische Führung mit ihrer Vermittlungsinitiative nicht erfolglos da. Islamabad hätte seinen Auftritt auf der internationalen Bühne gehabt und mit ihm jene internationale Wahrnehmung gefunden, die das Land seit seiner Gründung immer wieder sucht.