Mehr als vorläufiger Trost

Strichzeichnung einer lesenden Frau

Wenn du das Leben bewahrst,
Heilige,
wenn ohne dich
überhaupt nichts leben kann,

wenn wir atmenden Wesen
in dir verbunden sind
wie ein Pilzgeflecht im Waldboden,
sind wir dann immer schon
Gesegnete vor dir?

Leben gabst du uns,
Freiheit wohl auch,
und du entziehst dich unserem Wissen,
damit wir an dich glauben können.

Du drängst dich nicht auf,
und du nützt uns zu nichts,
sodass wir dich wohl ein wenig
zurücklieben können.

Aber wir sehen mit Entsetzen
das Unrecht und seine Macht,
die Macht derer, die Gewalt ausüben
und das Recht beugen,
aushöhlen, brechen.

Dein Segen kann ja doch
verschüttet werden,
magst du auch
Höhen und Tiefen durchmessen,
du verhinderst nicht,
dass Vertrauen
zerbricht und verdorrt.

Dein Segen aber,
dein Segen möge uns bleiben,
mehr als eine Erinnerung daran,
dass du das Leben bewahrst,
mehr als eine Hoffnung darauf,
dass hellere und heilere Zeiten kommen,
mehr als ein vorläufiger Trost:

Dein lebendiger Segen
komme uns machtvoll entgegen
und lenke unsere Schritte
auf Wegen des Friedens.

Amen.

 

Annette Jantzen, auf www.gotteswort-weiblich.de

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