Wintergefühl
Zum Zeitgang „Synodale Stimmen“ (CIG Nr. 6, S. 3)
Mit Interesse habe ich all diese Stimmen gelesen. Viele dieser Beiträge sind sehr bemüht, dem Ergebnis des Synodalen Weges etwas Positives abzugewinnen. Ein großer Teil der Kirchenmitglieder wird aber enttäuscht sein. Irme Stetter-Karp hat es auf den Punkt gebracht: Die katholische Kirche in ihrer Verfassung ist nicht bereit, Macht zu teilen.
Roswitha Rother, Kaufbeuren
Die Stimmung erinnert an das Zweite Vatikanum. Man glaubte an den Frühling in der Kirche und danach wurde es Winter. Inzwischen ist tiefer Winter. Und er dauert noch immer an. Wer glaubt, mit Diakoninnen, der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und Abschaffung des Zölibats die Kirche aus dem Winter des Glaubensverlustes herausführen zu können, muss nur den Zustand des protestantischen Lagers betrachten.
Egmont Schulze Pellengahr (online)
Angenommen
Zum Beitrag „Verkumpelt mit Gott?“ (CIG Nr. 5, S. 7)
Worin besteht das katholische/christliche Denken? Muss man ein Gelehrter, ein naiv Gläubiger, ein „Widersprechender“, ein vom Schicksal Benachteiligter (arm im Geiste)... sein, damit man sich als von Gott angenommener fühlen kann? Jesus hat auch Glückliche im Reich Gottes willkommen geheißen. Sonst wäre das Christentum eine Gemeinschaft nur der Kleinen und hätte nichts übrig für die Glücklichen und Gesegneten.
Helmar Doll, Münnerstadt
Invasiv
Zur weit!-Beilage „Das Tier und wir“ (CIG Nr. 5)
Welche ökologischen Folgen es hat, dass allein in Deutschland mindestens 10,5 Millionen Hunde und 15 Millionen Katzen gefüttert werden müssen, kommt in dem Heft nirgendwo vor. Dass Katzen, dicht gefolgt von den Waschbären, unermessliche Schäden in der Natur (weltweit!) verursachen (Vernichtung von Vögeln, Kriechtieren), wird nicht erwähnt. Stattdessen lässt sich Ihr Interviewpartner mit süßen Kätzchen vor idyllischer Bergkulisse abbilden. Dabei hat das Wissen über invasive Tierarten (und Pflanzen), die zu riesigen Problemen führen, enorm zugenommen.
Georg Reffgen (online)
Das Tier als Magazin-Thema ist sehr begrüßenswert. Umso erstaunlicher aber, dass sich auf zwölf Seiten kein einziger Bezug zum wahrhaft hoffnungsvollen Gedanken des Apostels Paulus zur „Schicksalsgemeinschaft“ von Mensch und Tier findet: „Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen“ (Röm 8,21ff.).
Walter Classen, Köln
Kirchenmilieu?
Zum Zitat der Woche (CIG Nr. 4, S. 2)
Ein „Gastropfarrer“ beschreibt, dass es für ihn zum Leben „natürlich“ dazugehört, essen zu gehen. Ich stelle mir vor, wie dieses Zitat wohl bei einem großen Teil unserer Mitmenschen ankommt, nämlich bei all denen, die kein Geld übrig haben, um essen zu gehen. All jene, die finanziell entweder so gerade oder auch gar nicht über die Runden kommen, die sich das absolut nicht leisten können – sowohl in unserem Land als mehr noch in vielen anderen Ländern unserer Erde. Die Kirche bei uns hat ohnehin das Image, eine Kirche für das gutbürgerlich betuchte Milieu zu sein, in dem die finanziell Armen keinen Platz haben. Wollen Sie diesen Eindruck mit einem solchen Zitat noch weiter verstärken?
Jürgen Grewe, Aachen
Übersetzt
Zum Leitartikel „Das Schlüsselwort“ (CIG Nr. 4, S. 1)
Ich finde es gut, dass der Autor versucht, das zentrale Programm von Jesu Kommen (Mt 4,12–23) in heutiges Deutsch zu übersetzen. „Tuet Buße“ ist ihm zu Recht zu moralistisch. Er übersetzt: „Denkt um.“ Ich finde diese Übersetzung dennoch ungenau. Ich schlage vor: „Orientiert Euch neu.“ Jesus bringt das Reich Gottes nahe, in unsere Welt, um sie, ja den ganzen Kosmos, völlig neu zu gestalten.
Dr. Gerhard Steigerwald, Nürtingen
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