Die Jahreslosung 2026 hat es in sich: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). Als biblische Verheißung liest sich das natürlich hoffnungsvoll – aus dem Alltag wissen wir aber auch, wie anstrengend es sein kann, wenn sich schon Kleinigkeiten im Leben, in der gewohnten Routine ändern und man plötzlich Bekanntes hinterfragen muss. Wie wäre das erst, wenn mit einem Mal alles neu wird? Es folgt ein Überblick über Nachrichten aus einer Welt, in der manches neu ist – aber auch vieles beim Alten bleibt.
1 | Weltgeschichte. Wird die Geschichte der Biologie mal eben neu geschrieben? Eine Untersuchung im Science Advances-Magazin gibt Anlass zur Theorie, dass die Prototaxites – meterhohe, säulenförmige Lebewesen, die vor 400 Millionen Jahren die Welt „bevölkerten“ – nicht wie bisher angenommen zur Familie der Pilze zählen. Stattdessen scheinen sie Vertreter einer ganz eigenen ausgestorbenen „Lebensfamilie“ neben Tieren, Pflanzen und Pilzen zu sein. Die Welt ist bunter, reicher, vielfältiger als gedacht. Von Anfang an.
2 | Köln. Nicht ganz so weit in der Geschichte musste man bei Ausgrabungen am Kölner Rathaus zurück, aber auch hier kam es zu einem Sensationsfund. Archäologen stießen auf einen Altar aus dem zweiten Jahrhundert. Es ist der erste Fund eines römisch-antiken Hausaltars nördlich der Alpen. Weitere Untersuchungen könnten Aufschluss über das alltägliche religiöse Leben der Menschen dieser Zeit geben.
3 | Assisi. Noch etwas Altes, das dieses Jahr das Licht der Öffentlichkeit erblickt: Zum 800. Todestag von Franz von Assisi werden die Gebeine des Heiligen erstmals öffentlich gezeigt. Das Interesse ist groß. Nach ersten Hochrechnungen werden mehr als 10000 Besucher pro Tag erwartet. Viele werden von weiter weg anreisen, mit dem Auto oder Flugzeug. Was Franziskus als „Patron der Umweltschützer“ wohl selbst zu diesem Massentourismus gesagt hätte?
4 | Ukraine. Aus dem milden Italien in die ukrainische Kälte: Seit Kriegsbeginn hat der Vatikan Menschen vor Ort mit Spenden unterstützt und auch schon Medikamente und Lebensmittel liefern lassen. Diesmal waren es 80 Stromgeneratoren, die über die päpstliche Almosenverwaltung in die Ukraine geschickt wurden. Für all jene, die nach den russischen Angriffen auf die Infrastruktur in der Kälte festsaßen, kann das überlebenswichtig sein. Denn – hier gibt es leider nichts Neues – der Krieg dauert an.
5 | Österreich. Auch anderswo frieren Menschen und auch anderswo bieten (kirchliche) Einrichtungen Unterstützung an. Ein Mann in Niederösterreich wollte allerdings keine Hilfe in Anspruch nehmen, sondern selbst aktiv werden. Dazu entfachte er in einer Nebenkapelle der Stadtpfarrkirche in Bruck an der Leitha ein Feuer, indem er Zeitschriften und Gesangbücher in brennende Kerzen hielt. Um den Brand zu löschen, musste die Feuerwehr gerufen werden. Als Begründung gab der Brandstifter nur an, ihm sei kalt gewesen.
6 | Berlin. Dass Punkmusikerin Nina Hagen ein Interesse an religiösen Themen hat, ist nichts Neues. In einem aktuellen Song zitiert die 70-Jährige jetzt sehr konkret die Bibel. „Gott ist Liebe“, heißt es in Alle wollen in den Himmel. „Wer aber nicht liebt, der kennt Gott nicht.“
7 | Deutschland. Und was ist mit all jenen Menschen, die wenig Liebe erleben, die einsam und vielleicht depressiv sind? Ihnen soll das bundesweite Projekt „Mutpost“ helfen. Ehrenamtliche können hier anonym und begleitet von Fachleuten Briefe an suizidgefährdete Menschen schreiben, um ihnen Mut zu machen und zu zeigen: Du bist nicht allein! Alles kann neu werden – und das heißt: Es kann besser werden.