Barmherzigkeit
Zum Kommentar „Hausverbot für Macron?“ (CIG Nr. 5, S. 2)
Dem eindeutigen, klar formulierten Beitrag stimme ich ohne Einschränkung zu. Es ist erschütternd zu erleben, dass sich ein demokratisch gewähltes Parlament anmaßt, die Tötung menschlichen Lebens nicht etwa straffrei zu tolerieren, sondern als ein allgemein gültiges Recht zu erklären.
Otto Walterspiel (online)
Beide Haltungen, die aus Frankreich und die des Vatikans, sind, obgleich jeweils anders, dennoch begründet. Wenn Gott uns Freiheit gegeben hat, auch jene, zu neuen Schlüssen über die menschliche Würde zu gelangen, resultierend aus der Entwicklung von Forschung und Wissenschaft, vermag ich der strikten Strenge des Vatikans weniger zu folgen als dem Begriff der Barmherzigkeit, die, meines Erachtens, hier bei Frankreich liegt.
Suse Arendt, Berlin
Nicht atemlos
Zum Zeitgang „Mehr als glauben: gegenwärtig sein“ (CIG Nr. 5, S. 3)
Der Artikel hat mit seiner Analyse des modernen Menschen recht. Er geht, wie es in einem Hit heißt, „atemlos durch die Nacht“. Atemlos, weil er fürchtet, am anderen Ende seiner Lebensbahn stehe schon der Hase und rufe: „Ich bin schon da!“ Nacht, weil er weder weiß, wer er ist, noch seinen Lebenssinn kennt. Es ist alles schön und gut, was der Autor vorschlägt, allein mir fehlt ein Hinweis auf die Motivation, warum der Mensch innehalten soll. Die zentrale christliche Motivation für die Gelassenheit im Leben fehlt völlig: Ohne den Glauben an die Auferstehung hätte es nie ein Christentum gegeben. Wir können gelassen und ohne Atemnot durchs Leben gehen, weil Christus uns schon einen Platz bereitet hat.
Siegfried Powalla, Sankt Augustin
Versperrt
Zum Artikel „Von verschlossenen und offenen Ohren“ (CIG Nr. 5, S. 6)
Erstaunlich, wie der Kopfhörer unsere Beziehung zur Umwelt verändert. Die Autorin nimmt uns mit bei ihrer Erfahrung, mit einem Fingertippen vom Modus „umgebungsbewusst“ auf Modus „geräuschunterdrückend“ zu wechseln. Beim ersten sind wir offen für alles; beim zweiten versperren wir uns allem. Nur mit offenen Ohren kann ich wahrnehmen, was mir Gott und meine Mitmenschen sagen wollen.
Dr. Klaus Beurle, Würzburg
Gemeinsam
Zum Zeitgang „Liebeserklärung an die Bibel“ (CIG Nr. 4, S. 3)
Sie haben in dem Beitrag den Ökumenischen Bibelsonntag in Deutschland vorgestellt. Wenn wir die Gebetswoche für die „Einheit der Christen“ hinzunehmen, dann kann auch in dieser Woche die Bibel als das gemeinsame Buch aller Kirchen und Konfessionen betrachtet werden. Leider beachten wir in Deutschland nicht den 17. Januar, den Tag des Judentums, der – von Papst Johannes Paul II. angeregt – in vielen Ländern gestaltet wird. Er kann uns verdeutlichen, dass wir Christen die hebräische Bibel gemeinsam mit den Juden lesen.
Wolfgang Bußler, Mönchengladbach
In Reimform
Zum Artikel „Die Ordnung der Schneeflocken“ (CIG Nr. 4, S. 5)
„Sterben“ die Schneeflocken, verwandeln sie sich in lebenspendendes Wasser oder verdunsten, doch sie gehen nicht verloren. Sterben ist nicht ihr letztes Wort. Gilt das nicht auch für uns, die wir durch die große Liebe des Vaters auf ewig eins sein dürfen mit Ihm – und in Ihm eins mit geliebten Menschen?
Johannes M. Führt, Hagen
Der Artikel hat mich sehr interessiert und berührt. Er erinnerte mich an eines meiner Gedichte:
Ein Physiker, einmal von mir befragt, / Warum ihn im Glauben kein Zweifel plagt / Sah mich an mit ernstem Gesicht: / Du hast Recht, mir kommen die Zweifel nicht…
Betrachte, so sprach er, die Schneekristalle / es fasziniert mich in diesem Falle / nie gibt es, nie gab es zwei gleiche auf Erden / das kann mathematisch begründet werden.
Gott ist ein Künstler, Fantast, Createur, / ist unbegreiflich und tausendmal mehr / und wer da noch zweifelt, der schaue sich um, / das All, die Natur bezeugen es stumm.
Edith Lubos (online)
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