Der WochenrückblickEngelsgleich?

Ereignisse, die hoffnungsvoll und nachdenklich machen

Ein frisch gemalter Engel in einer römischen Kirche, der aussieht wie die italienische Ministerpräsidentin – hat sich da jemand einen Scherz erlaubt? Ein kleines „Augenzwinkern der Woche“, das in unserem Wochenrückblick durchaus ernsteren Themen gegenübersteht.

1 | London. Im Oktober wurde bekannt, dass Sarah Elisabeth Mullally Erzbischöfin von Canterbury werden soll, nun ist sie im Amt – nach 105 männlichen Vorgängern steht die 63-Jährige als erste Frau an der Spitze der Bischöfinnen und Bischöfe der anglikanischen Kirche. Bei der Bestätigung in der Londoner Saint-Paul’s-Kathedrale kündigte Mullally an, Schutzverfahren und Maßnahmen gegen Missbrauch zu stärken. Kontrovers diskutiert wird ihre Unterstützung von Segnungen gleichgeschlechtlicher und queerer Paare. Zugleich hält sie jedoch daran fest, dass die kirchliche Heirat nur eine Ehe zwischen Mann und Frau sein könne.

2 | Le Pas (Kanada). Noch eine bemerkenswerte Amtseinführung: Der Inder Susai Jesu ist neuer katholischer Erzbischof von Keewatin-Le Pas in Kanada. Er übernimmt die Seelsorge für etwa 49000 Katholikinnen und Katholiken, überwiegend indigener Herkunft. Jesu stammt aus einem christlichen Dorf in Südindien. 2022 empfing er in Edmonton den damaligen Papst Franziskus, der um Entschuldigung bat für die Mitverantwortung der katholischen Kirche am „katastrophalen System der Internate für indigene Kinder“. Zur Amtseinführung sagte Jesu, er hoffe, mit der Zeit Vertrauen zu einer Bevölkerung aufzubauen, die zwar viele treue Katholiken umfasse, aber auch viele, die von der Kirche verletzt und entfremdet seien.

3 | Düsseldorf. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen geht die Anzahl an Kirchenaustritten weiter zurück: 152783 Menschen seien 2025 ausgetreten, teilte das Justizministerium in Düsseldorf mit. 2024 waren es 160469, im Jahr 2023 noch 197012 Austritte. Eine Unterteilung nach Konfessionen ist anhand der Statistik des Ministeriums nicht möglich.

4 | Magdeburg. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat angekündigt, vor der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt extra ausgebildete Friedensstifter einzusetzen. Die sogenannten „Friedensreiter“ sollen helfen, verfeindete Lager im Wahlkampf miteinander in Kontakt zu bringen. Vorbild sind die Friedensreiter im Dreißigjährigen Krieg, die zwischen den Kriegsparteien Nachrichten überbrachten.

5 | München. Das Seligsprechungsverfahren für den von den Nationalsozialisten ermordeten Jesuitenpater Alfred Delp (1907–1945) wurde am 2. Februar in der Münchner Frauenkirche durch Kardinal Reinhard Marx feierlich eröffnet. Genau 81 Jahre zuvor hatten die Nazis Delp nach einem Schauprozess wegen „Widerstands gegen den Staat“ in Berlin- Plötzensee hingerichtet.

6 | Teheran. Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) hat den Iraner Mehran Shamloui zum „Gefangenen des Monats Februar 2026“ erklärt. Der 37-Jährige konvertierte vom Islam zum Christentum und wurde im März 2025 zu mehr als zehn Jahren Haft wegen „Propaganda gegen das islamische Recht“ sowie „Mitgliedschaft in einer oppositionellen Gruppe“ verurteilt. Er flüchtete daraufhin in die Türkei, wurde aber von den Behörden ausgeliefert. Seit August befindet er sich im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.

7 | Rom. Im Zuge einer Restaurierung ist in einer Seitenkapelle der römischen Kirche San Lorenzo in Lucina das Bild eines Engels mit dem Gesicht der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni versehen worden. Der Bischof von Rom – Papst Leo XIV. – kündigte an, das Vikariat werde die Sache mit dem zuständigen Pfarrer besprechen und mögliche Maßnahmen prüfen.

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