Ihre ZuschriftenLeserbriefe zum Thema "Das Tier und wir"

Welche Rolle spielen Tiere in Ihrem Leben? Welche Erfahrungen haben Sie mit ihnen gemacht? Und haben Sie vielleicht ein ganz besonderes Lieblingstier? Selten haben wir so viel Rückmeldung erhalten wie auf diese Fragen in der letzten Ausgabe. Vielen Dank!

Aufgewachsen in der Nachkriegszeit in einer kleinbäuerlichen Familie mit Rinderhaltung, habe ich von Kindheit an erlebt, wie wichtig die Tiere für uns als Lebensgrundlage waren. Wir Kinder wurden von klein auf angehalten, uns an der Versorgung der Tiere zu beteiligen, und haben manche Träne geweint, wenn ein Kalb, das wir ins Herz geschlossen hatten, verkauft werden musste. Als Heranwachsende wuchs in uns die Einsicht, dass solches notwendig war, um gut zu überleben, aber auch die Freude und der Stolz darüber, gut mit Tieren umgehen zu können. Immer wieder einmal wird mir bewusst, wie arm unsere Welt ohne all die Tiere wäre.

Monika Obermaier, Tiefenbach

 

Ich bin Tierärztin, daher quasi von Berufs wegen dem Tierschutz verpflichtet. Fragen des Umgangs von uns Christen mit den Tieren stehen bis heute leider noch sehr am Rande der üblichen Agenden. Eine Neuausrichtung wäre auch eine Chance für die Kirche, eine positive Wirkung nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Im Umfeld des Tierschutzes auf Landesebene habe ich durchaus Erstaunen erlebt, wenn ich äußerte, dass meine persönliche Motivation, mich für Tiere einzusetzen, in meinem Glauben begründet liegt. Nach dem Motto: „Wir haben gar nicht gewusst, dass in der Kirche auch an Tiere gedacht wird.“

Dr. Ruth Funk, Oestrich-Winkel

 

Engel müssen nicht Männer mit Flügeln sein, für mich sind auch Tiere Engel. Nicht weil sie perfekt wären. Sondern im eigentlichen Wortsinn: Sie vermitteln mir Gottes Botschaft. In ihnen und durch sie schickt Gott mir Botschaften. Da ist zum Beispiel Lottie, unsere weiß-wuschelige Mischlingshündin aus dem Tierschutz. Schlecht gelaunt stehe ich morgens auf, den Blick auf die vielen vor mir liegenden Aufgaben des Tages gerichtet – jetzt noch mit dem Hund raus, muss das sein? Und dann jeden Morgen die Erfahrung: Es ist ja gar nicht so dunkel, wie es von drinnen aussah.

Veronika Burth, Offenburg

 

Kürzlich las ich einen Spruch, der mir aus der Seele spricht: „Man kann zwar ohne Katze leben, aber es ist sinnlos.“ Ich glaube, da ist was Wahres dran. Ich denke, nur im Einklang mit der Natur, den Pflanzen und Tieren, kann menschliches Leben sinnvoll sein. Das gilt natürlich für alle Haustiere, die das Leben von so vielen Menschen bereichern. Ein Leben mit und für die Tiere kann erfüllend und sinnvoll sein. Ich beobachte und freue mich darüber, dass zunehmend mehr, vor allem junge Menschen sich fleischlos ernähren wollen; dass es so viele Projekte und Initiativen zum Tier- und Naturschutz gibt, die allein durch Spenden finanziert werden. Diese Tatsache lässt mich auf künftige, positive Veränderungen hoffen.

Karl Schlegel, Unterdietfurt

 

Immer wieder hatte ich beim Spaziergang mit unserer Hündin Enya eine Schafherde in der Ferne gesehen. Irgendwann fragte ich, ob wir näherkommen könnten. Es geschah etwas Ulkiges: Zu unserer größten Überraschung fing die Hündin plötzlich an, die angesammelten Schafe in immer schnelleren Kreisen zu umlaufen. Sie war außer sich vor Freude, Hunde und Hirt staunten nur noch. Ein Bündel reiner Freude rannte herum auf den harten Stoppeln des Feldes. Sie wurde eins mit Herde und Natur und brachte mich näher an die Schöpfung als je zuvor. Enya ist das Zwischenglied zwischen Fauna, Flora und Menschen. Sie bringt mich dem Instinktiven und Reinen, ja dem Tierischen in mir näher.

Sabina Fernández de Perry (online)

 

Wir Menschen sind in vielerlei Hinsicht Mängelwesen, und nicht etwa die Krone der Schöpfung wie gemeinhin angenommen. Hunde zeigen uns oft, wie sehr sie uns überlegen sind ... im Riechen, Hören und Empfinden.

Gaby Haltermann, Bocholt

 

Jeden Morgen schäle ich meinen Apfel fürs Müsli. Die Apfelkerne kommen nicht in den Biomüll – die lege ich behutsam auf das Balkongeländer. Da finden es drei Spatzen, die mich morgens besuchen kommen. So wunderbar: Ich sitze drinnen und frühstücke und die Vögel sitzen draußen auf dem Geländer. Eine wunderbare Verbundenheit.

Claudia Ebert (online)

 

Seit einigen Jahren erfreue ich mich besonders an den Vögeln, die auf meine Fensterbank zum Fressen kommen. Da sind vor allem die Blaumeisen, diese patenten, munteren, kecken, in sich stark und stabil wirkenden Kerlchen. Aber ich bestaune auch immer wieder die schönen Rotkehlchen, Finken, Spechte und Eichelhäher, die seltener werdenden Spatzen und toleriere sogar die Scharen von zudringlichen Staren, die das Futter so schnell wegfressen. Meine Lieblinge sind die Amseln, die vor allem in der Dämmerung als Erste und Letzte zum Fressen kommen. Manchmal sitzen auch sehr alte Amseln auf meiner Fensterbank, deren Gefieder schon zerzaust wirkt und weiße Flecken hat und die vielleicht nur noch leben, weil sie hier kräftiges Futter finden. Das rührt mich. Wie oft bin ich innerlich beglückt, wenn ich diese gefiederten Freunde beobachten kann, und danke und lobe Gott für seine wunderbaren Vogelschöpfungsideen.

Dietlind Langner, Weilburg

 

Die Lehre der unterschiedlichen Qualität der Seele bei Menschen (unsterblich) und bei Tieren (erlischt mit deren Tod) ist meiner Meinung nach nicht haltbar. Im Angesicht der Tiere als Mitgeschöpfe Gottes erscheint die Differenz unplausibel. Jeder Besitzer eines geliebten Haustieres wird bestätigen, dass es nicht nur im Diesseits eine seelische Bindung über die Gattungsgrenze hinweg gibt, sondern auch Hoffnung auf Wiedervereinigung im Jenseits.

Markus J. Reigl, München

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