Äußerst schade
Zur Bildnachricht „Bätzing gibt Vorsitz der Konferenz ab“ (CIG Nr. 4, S. 1)
Bischof Bätzing verzichtet also auf eine erneute Kandidatur, noch einmal Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zu werden. Das ist äußerst schade, denn er hat durch seine kluge und unprätentiöse Art, durch seine dialogische Haltung, durch eine menschenfreundliche Theologie und Kompromissfähigkeit gute Arbeit geleistet. Hatte er Sorge, dass ihn die „Bewahrer“ nicht noch einmal wählen würden? Es ist ein Trauerspiel… Wie soll ich da meine Schüler und Schülerinnen motivieren, sich in der Kirche zu engagieren?
Ulrike Arlt-Herberts, Backnang
Ausgenutzt
Zum Zeitgang „Liebeserklärung an die Bibel“ (CIG Nr. 4, S. 3)
In diesem Artikel wird wieder ein uneingeschränktes Loblied auf die Bibel gesungen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob man damit diesem Buch einen guten Dienst erweist. Es ist eine durchgängige Erzählung in der Bibel, dass der Mensch schlecht ist und dringend einer Führung bedarf. Deshalb auch das heute zumindest peinlich anmutende Loblied auf die Obrigkeit an manchen Stellen. Und diese Position wussten die Oberen – gestützt von der Kirche – weidlich auszunutzen. Die Erzählung, dass der Mensch durch und durch schlecht sei, kommt heute nicht mehr an. Es bedarf eines neuen Ansatzes.
Josef Grundner, Stephanskirchen
Ratlos
Zum Leitartikel „Das Schlüsselwort“ (CIG Nr. 4, S. 1)
Die zentrale Botschaft des 3. Sonntags im Jahreskreis lautet: „Kehrt um, das Himmelreich ist nahe!“ In der Predigt wird diese Botschaft aufgegriffen und vertieft mit der Aufforderung, einen Neuanfang zu wagen. Der geneigte Gottesdienstbesucher hört sich das mit seinen 80 Jahren an, kehrt nach dem Gottesdienst zu seiner pflegebedürftigen Frau zurück und fragt sich: Was bitteschön sagt mir die Botschaft von Umkehr und Neuanfang? Ratlosigkeit stellt sich ein.
Hermann Westbrock, Hamminkeln
Nur Folklore?
Zum Artikel „Bereit für die Botschaft von der Erlösung“ (CIG Nr. 4, S. 6)
Ein bemerkenswerter Text darüber, wie das Christentum in der Antike aufblüht, während römische Gottheiten und Religiosität versanden. Ist es nicht auch heute wieder so – diesmal im Christentum –, dass vieles im Ritual erstarrt; dass lebendiger Glaube Folklore und Traditionen weicht?
Monika Dittmann, Walluf
Wachstum
Zum Beitrag „Reich, reicher“ (CIG Nr. 4, S. 2)
Wirtschaftswachstum für sich alleine gesehen ist nicht erstrebenswert, geschweige denn allem anderen überzuordnen. „Enkeltaugliche“ Sparten wie regionale Landwirtschaft und Wind- und Solarenergie müssen erhalten bleiben oder gar wachsen, um grundlegende Bedürfnisse nach Strom, Nahrung etc. für alle sicherzustellen, umwelt- und menschenschädliche hingegen müssen verschwinden oder positiv umgewandelt werden.
Norbert Müsch, Rees
Stärke zeigen
Zum Kommentar „Klein gegen groß“ (CIG Nr. 4, S. 2)
Ich habe 1974 meine Wehrpflicht absolviert. Damit habe ich, wenn auch mit nur sehr geringem Anteil, zum Frieden beigetragen. Solange es in Europa, der Ukraine, diesen unseligen Krieg von Russland aus gibt und in den USA ein Präsident sitzt, der in einem Satz mehrmals seine Meinung ändert, muss Europa als Bündnis und auch Deutschland zeigen, dass wir uns von Trump und Putin nicht vereinnahmen lassen. Darum muss die Bundeswehr stärker werden. Gleichzeitig aber hoffen wir, dass wir diese Stärke nie beweisen müssen.
Anton Röhl, Sassenberg
Wenn uns der Atem wegen des neuen Wehrdienstgesetzes stockt, dann stockt er Jahre zu spät: Wir wollten nicht sehen, wie wir in eine Wehrlosigkeit gegenüber der Erstarkung des Putinismus abdrifteten. Jetzt gegen ein eher lasches Wehrdienstgesetz zu polemisieren, zeugt nicht von einer wahrgenommenen Verantwortung der Älteren gegenüber der nachfolgenden Generation.
Wolfgang Röckl (online)
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