Sexueller MissbrauchBetroffen

Seit Anfang der 1970er-Jahre sind im größten evangelischen Pfadfinderverband Deutschlands mindestens 344 Menschen Opfer sexualisierter Gewalt geworden. Das geht aus einer Untersuchung zweier unabhängiger Forschungsinstitute hervor, die der Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) am Dienstag vorstellte. Zwei Drittel der Betroffenen waren demnach zwischen 13 und 17 Jahren alt, 60 Prozent waren weiblich. Die Studie listet 161 mutmaßliche Täter auf, von denen der weit überwiegende Teil männlich war.

Als Risikofaktoren benennt die Studie das Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Jugendlichen im Verband sowie Übergriffe nur geringfügig älterer Mitglieder im Zuge erster Erfahrungen von Liebe und Sexualität. Man habe „keine Fälle expliziter Vertuschungsbemühungen“ feststellen können, wohl aber „Graubereiche, in denen versucht wurde, das Ansehen des Verbands zu schützen“, erklärte ein Studien-Autor dem Onlinemagazin Die Eule. VCP-Vorstand Peter Keil bilanzierte selbstkritisch: „Wir haben Hinweise übersehen oder nicht ernst genug genommen, Betroffenen nicht die Sicherheit gegeben, offen zu sprechen, und Gefahrensituationen nicht früh genug erkannt.“

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