Der WochenrückblickTrotzig hoffen

Nachrichten, die hoffen lassen, dass die Welt doch nicht verloren ist.

Es wirkt heute geradezu trotzig, für die Einheit zu beten – in einer Welt, die sich immer sichtbarer auseinanderbewegt. Während an den Fronten in der Ukraine oder bei den Protesten in Iran weiter gekämpft wird, während diplomatische Umgangsformen mehr und mehr zu Floskeln erstarren, das Recht des Stärkeren weiter salonfähig zu werden droht und sich auch im Inneren vieler Gesellschaften der Ton verschärft, setzt die Gebetswoche für die Einheit der Christen auf Zusammenhalt. Trotzig kann man das nennen – oder positiv gewendet: hoffnungsvoll.

Die Gebetswoche findet jährlich vom 18. bis 25. Januar statt und steht dieses Mal unter dem Motto „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4). Wie wichtig und wirksam wäre in diesen Tagen eine gemeinsame Stimme der rund zweieinhalb Milliarden Menschen umfassenden Christenheit! Grund genug, trotzig zu hoffen – und zu beten.

Im Zeichen der Hoffnung und Einigung stehen auch die Nachrichten dieser Woche: Die Welt kann besser werden, wenn auch in kleinen Schritten.

1 | USA. Die Kardinäle der US-Bistümer Chicago, Newark und Washington, Blase Cupich, Joseph Tobin und Robert McElroy, haben in einer gemeinsamen Erklärung die Außenpolitik von Präsident Trump kritisiert. Die Haltung im Ukraine-Krieg, aber auch die Intervention der USA in Venezuela und die Drohungen in Richtung Grönland hätten „grundlegende Fragen über den Einsatz militärischer Gewalt und die Bedeutung des Friedens aufgeworfen“. Mit Verweis auf eine Rede Papst Leos XIV. warnten sie außerdem davor, humanitäre Hilfsprogramme zu kürzen oder einzustellen.

2 | Vereinte Nationen. Mit dem vergangenen Wochenende ist das erste internationale Hochseeschutzabkommen in Kraft getreten. Laut Beschluss der Vereinten Nationen soll bis 2030 ein Drittel der weltweiten Landes- und Meeresflächen unter Naturschutz stehen. Meeresflächen, die mehr als 200 Seemeilen von einer Küste entfernt liegen, gehören allen; was einheitliche Maßnahmen erschwert. Das neue Abkommen soll hierfür einen rechtlichen Rahmen schaffen.

3 | Baden-Württemberg. Nach ersten Probefahrten soll in den kommenden Wochen die Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Stuttgart wieder in Betrieb genommen werden. Die Reaktivierung der in den 80er-Jahren stillgelegten Strecke hatte sich seit Jahren verzögert.

4 | Bonn. Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat sich gegen christlichen Nationalismus positioniert. Christen sollten widersprechen, wenn gewalttätige Machtpolitik oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mit dem Glauben gerechtfertigt würden, heißt es in einem aktuellen Beschluss.

5 | Kopenhagen. Kardinal Pietro Parolin wurde von Papst Leo zum Sondergesandten für die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der Mission des heiligen Ansgar in Dänemark vor 1200 Jahren ernannt. Beobachter gehen davon aus, dass der vatikanische Chefdiplomat auch Gespräche angesichts der geopolitischen Krise um Grönland führen wird.

6 | Jerusalem. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, geht nicht von einem erneuten Ausbruch des Krieges im Gazastreifen aus. Die Waffenruhe werde halten, „weil alle erschöpft sind“, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Er befürchte jedoch, dass sich die humanitäre Situation in absehbarer Zeit nicht wesentlich bessern wird.

7 | Aachen. Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und italienische Ministerpräsident, erhält den diesjährigen Internationalen Karlspreis. Mit seiner entschlossenen Haltung eines Whatever it takes („Was auch immer nötig ist“) habe er in der Eurokrise die europäische Währungs- und Wirtschaftsunion vor dem Scheitern bewahrt, so die Jury.

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