Wie schön, wenn man seine Meinung auch mal ändern kann! Das war mein erster Gedanke, als ich vor kurzem ein Interview mit Dan Brown gelesen habe. Der amerikanische Autor sorgte Anfang der 2000er für einen Eklat, als er Jesus leibliche Nachfahren andichtete, die von der Kirche geheim gehalten würden. Brown selbst bezeichnete sich damals nicht als religiösen Menschen. Inzwischen glaube er aber an ein Weiterleben nach dem Tod, wie er im Gespräch mit dem Stern erklärte. Statt sich immer fantastischere Verschwörungstheorien auszudenken, sehe er inzwischen die Erforschung der Seele als „das denkbar größte und bedeutendste Thema von allen“.
Wie es genau zu dem Sinneswandel gekommen ist, wird nicht geklärt. Eine Möglichkeit, eigene Positionen zu überdenken, ist natürlich eine ernsthaft geführte Diskussion. In dieser Ausgabe erinnert sich Michael Albus an ein solches Gespräch, das er mit dem Verleger Hermann Herder geführt hat. Und Andreas R. Batlogg beschreibt am Beispiel des Widerstandspriesters Rupert Mayer, warum es auch eine Tugend sein kann, seine Meinung nicht zu ändern und fest zu dem zu stehen, was man glaubt.