ihre postLeserbriefe

Grabgedanken

Zum Zeitgang „Mehr Freiheit im Abschied – und neue Fragen für die Kirche“

Die Offenheit, mit der sich Bischof Peter Kohlgraf den Fragen rund um die gegenwärtige Bestattungskultur stellt, ist sehr zu begrüßen. Beim Lesen des Artikels habe ich allerdings den Hinweis auf die Seele vermisst. Ihr Weiterleben in der jenseitigen Welt – woran wir als Christen glauben – relativiert nach meiner Meinung alles, was mit dem toten Körper geschieht. Aus dieser Perspektive ist es unerheblich, ob er begraben oder verbrannt wird, und was mit der Asche geschieht.

Elsbeth Riss, Erlangen

Wesentlich geht es im jüdisch-christlichen Glauben um die Verbindung von Bestattungsform und Trauerprozess. Das Judentum kennt nur die Erdbestattung. Dahinter steht der Glaube, dass ein Mensch erst nach dem Ende des Verwesungsprozesses endgültig gestorben ist. Mir scheint, dass es eine menschliche Grunderfahrung ist, dass der Trauerprozess mit der Dauer der Verwesung im Grab korrespondiert.

Msgr. Ullrich Auffenberg, Paderborn

Zeichen der Verbundenheit gehen verloren, wenn Pfarrkirchen geschlossen oder Gemeinden zu größeren Einheiten zusammengeführt werden. Auch ist es ein Verlust, wenn Leiter von Pfarreien nicht mehr innerhalb von vier Tagen eine Trauerfeier organisieren und ihr vorstehen können. Ich persönlich strebe für mich eine Auferstehungsfeier und eine Urnenbeisetzung bei einem von mir gestifteten Wegekreuz an. Die Texte und Lieder für diese Feier sind schon vorbereitet.

Reinhold Becker, Nauheim

„Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden.“ So möchte ich begraben werden in der Hoffnung: Alle, die in den Gräbern sind, werden auferstehen zum ewigen Leben.

Erwin Ritter (auf cig.de)

Bezeichnend

Zum Zitat der Woche CIG Nr. 2 

Ich weiß nicht, ob ich über das Zitat von Claudia Stockinger lachen oder weinen soll. Dass es überhaupt eigens erwähnt werden muss, wenn eine, die erste (!) Frau in die Redaktion der Zeitschrift aufgenommen wurde, ist bezeichnend für den Umgang mit Frauen in der Kirche.

Maria-Elisabeth Booms, Alpen (Niederrhein)

Medien-Hype

Zur Meldung „Ungehorsam“ 

Als früherer Pfarrer von Oberalm, wo den Nonnen von Goldenstein eine adäquate Bleibe in der Seniorenresidenz Kahlsperg ermöglicht wurde, berührt mich die Situation der Schwestern besonders. Der mediale Hype verwischt bedauerlicherweise einige Wahrheiten.

Natürlich ist es verständlich, dass die Schwestern in ihrem Kloster bleiben wollen – aber es entspricht baulich nicht mehr den Bedingungen, die eine Pflege benötigt. Es wurde Vorsorge getroffen, dass die Schwestern im Krankheitsfall gut „versorgt“ und auch spirituell begleitet sind, wenn vielleicht auch die Kommunikation verbesserungswürdig gewesen sein könnte (beidseitig).

Gidi Außerhofer (auf cig.de)

Herrlich

Zum Beitrag „Schneeschippen“ in der Reihe „Liturgie im Leben“

Sonntagmorgen, eine Menge Schwarzwälder Neuschnee wartet auf den Schneeschipper. Es ist noch dunkel draußen. Also gönn’ ich mir noch eine kurze Lesezeit. Ich habe, warum auch immer, die Angewohnheit, Zeitschriften von der letzten Seite aus zu lesen. Und was erwartet mich da? Stephan Wahles „Heilige Momente“: Schneeschippen. Welch herrlicher Start in den Tag!

Andreas Brucker (auf cig.de)

Interpretation?

Zum Artikel „Verheißung oder Falle?“

Die Behauptung, die Rede vom „Sündenfall“ sei (nur) „eine christliche Interpretation“, sie ergebe sich aus dem Text „nicht zwingend“, steht im Widerspruch zu Röm 5,14: Adam hat „durch Übertretung eines Gebots gesündigt“. Dadurch „kam die Sünde in die Welt“. Wenn wir das ignorieren, wäre nicht nur das Dogma von der allgemeinen Erlösungsbedürftigkeit hinfällig, sondern auch die „Kehrseite“: die Erlösungsbotschaft.

Dr. Klaus Hälbig, Rottenburg

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