7 Momente aus 7 TagenUrbi et orbi

An diesem Osterfest haben zwei US-Amerikaner ihre Botschaften in die Welt hinausgesendet. Der eine ist Papst Leo XIV., der seine erste Osterbotschaft wieder als Appell für den Frieden formulierte: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden.“ Der andere ist Präsident Donald Trump, der just am Ostersonntag auf der Social-Media-Seite Truth Social unflätige Warnungen in Richtung Iran schickte. Die „verrückten Bastarde“ sollten die Meerenge von Hormus freigeben, sonst würden sie „die Hölle erleben“. Zwei Botschaften, die um die Welt gehen, der Stadt und dem Erdkreis gelten – urbi et orbi. Welche wird Gehör finden? Und welche klingt in unserer Zeit mehr nach einem einsamen „Rufer in der Wüste“? Nachrichten aus einer Welt, die noch immer oft in Kriegslogik denkt.

1 | Deutschland I. Anfang der Woche sorgte ein Paragraph im neuen Wehrpflichtgesetz für Diskussionen. Demnach müssten alle 17- bis 45-jährigen Männer, die das Land länger als drei Monate verlassen wollen, eine Genehmigung bei der Bundeswehr einholen. Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte inzwischen klar, dass die Pflicht nicht greift – jedenfalls solange kein Ernstfall eintritt.

2 | Deutschland II. Sollte die Regelung in Zukunft wirksam werden, könnte die Genehmigungsstelle der Bundewehr einiges zu tun haben. Nach der neuen Studie Jugend in Deutschland spielt schon jetzt einer von fünf jungen Menschen mit dem Gedanken, dauerhaft auszuwandern. Als Gründe wurden Unzufriedenheit mit der Politik und die fehlende Perspektive, sich wirtschaftlichen Wohlstand aufbauen zu können, genannt.

3 | Indien. Ein weitaus größerer statistischer Aufwand dürfte die jetzt gestartete Volkszählung in Indien bedeuten, immerhin das bevölkerungsreichste Land der Welt. Dabei wurde nicht nach Auswanderungsplänen gefragt, sondern erstmals seit der Unabhängigkeit Indiens auch nach der Kasten-Zugehörigkeit der Bürger.

4 | Global. Wer tatsächlich in eine andere Weltregion auswandert, könnte sich wundern, dass Religion dort eine deutlich größere Rolle spielt als hierzulande. Das geht aus aktuellen Statistiken des Vatikans hervor: Weltweit wächst die katholische Kirche in etwa auf dem gleichen Niveau wie die Weltbevölkerung. Der größte Zuwachs kommt aus Afrika, wo inzwischen 20,3 Prozent aller Katholiken leben – und damit mehr als in Europa (20,1 Prozent).

5 | China. In Asien stagniert der Anteil der Katholiken bei etwa elf Prozent – auch weil China Christen massiv unter Druck setzt. Jetzt wurden 18 Mitglieder einer protestantischen Hauskirche verhaftet, weil sie ihre Predigten online gestreamt hatten, für die kommunistischen Behörden eine „illegale Nutzung von Informationsnetzwerken“. Auch die Anwälte der Gruppe gerieten ins Visier: Einige verloren ihre Zulassung, nachdem sie sich für ihre christlichen Mandanten eingesetzt hatten.

6 | Serbien. Auch in Europa kann es Probleme geben, wenn man seinen Glauben zu offen zeigt. Das musste der Fußballverein Roter Stern Belgrad erleben: Die UEFA verurteilte den Verein jetzt zu einer Zahlung von 40000 Euro, weil Fans bei einem Spiel im Februar eine gigantische Ikone und den Spruch „Möge unser Glaube euch zum Sieg führen“ gezeigt hatten. Laut UEFA handelte es sich dabei um die „Verbreitung einer Botschaft, die für eine Sportveranstaltung ungeeignet ist“.

7 | Deutschland III. Zu Ostern melden sich nicht nur die Obersten aus Welt und Kirche zu Wort, sondern auch Kinder – zum Beispiel wenn sie Briefe „an den Osterhasen“ schreiben. In einem eigens eingerichteten Osterpostamt wurden in diesem Jahr 50 000 Kinderbriefe beantwortet und ausgewertet. Auffällig war in diesem Jahr: Jedes zweite Kind wünschte sich Frieden zu Ostern.

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