An die Händler des Todes, an Euch, die ihr mit dem Blut der Menschen Handel treibt, an euch, die ihr die Gewinne zählt, während die Mütter ihre Kinder zählen, an euch, die ihr das, was das Evangelium als Skandal bezeichnet, als „Strategie“ bezeichnet, ich wende mich an Euch mit Worten, die nicht aus der Diplomatie stammen, sondern aus der Wunde.
Ich schreibe Euch aus diesem bebenden Land. Es bebt unter den Schritten der Armen, unter dem Weinen der Kinder, unter dem Schweigen der Unschuldigen, unter dem wilden Dröhnen der Waffen, die du hergestellt und verkauft hast, gesegnet durch deinen Zynismus.
Ich schreibe Euch, während die Welt die Sprache Kains wieder gelernt zu haben scheint. Diese alte und schreckliche Sprache, die fragt:„Bin ich der Hüter meines Bruders?“ Und doch, ja, das sind wir. Wir alle sind es. Und Ihr mehr als jeder andere, denn Ihr habt Euch entschieden, nicht nur wegzuschauen, sondern auch Profit aus der Wunde Eures Bruders zu schlagen.
Es gibt Nächte in dieser Zeit, in denen die Menschheit verloren scheint. Lange Nächte, in denen der Himmel keinen Trost spendet und die Erde nur Trümmer zurückgibt. Doch genau dort, im Herzen der Nacht, bleibt das Evangelium bestehen. Es sagt weiter, dass niemand geboren wird, um eine Zielscheibe zu sein. Dass kein Kind dazu bestimmt ist, zu Staub zu werden. Dass keine Mutter lernen muss, ihr Kind an einem Fetzen Stoff zu erkennen.
Dass Frieden keine Schwäche ist, über die man sich lustig machen kann, sondern die höchste Form der Stärke.
Kardinal Domenico Battaglia, Metropolit-Erzbischof von Neapel