Der Brauch des Osterlachens, bei dem die Gottesdienstbesucher durch einen vorher zurechtgelegten Witz zum Lachen gebracht werden, hat gute Tradition. Natürlich merkt man als Zuhörer, ob der Pfarrer seit Wochen darauf brennt, diese Pointe zu platzieren, oder ob er vielleicht verzweifelt vorm Gottesdienst nach einem geeigneten Gag gegoogelt hat. Wenn es aber gelingt, die oft sakrale-ernste Atmosphäre der Kirche durch ehrliches Lachen aufzubrechen, ist das viel wert.
In diesem Heft spüren wir dem Lachen in verschiedenen Formen nach: Da ist zum einen der Kinderbuchautor und Dichter James Krüss, der es in seinem Werk Timm Thaler zum heiligen Handelsobjekt zwischen Mensch und Teufel macht. In diesem Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Gotthard Fuchs beschäftigt sich mit dem spöttischen Osterlachen eines Paulus, wenn der den Tod selbst verhöhnt: „Wo ist dein Sieg?“. In unserer weit!-Ausgabe geht es schließlich darum, wie man Menschen findet, mit denen man lachen (oder auch weinen) kann. Ein Heft über Begegnungen – von Emmaus bis zum Mehrgenerationenhaus. Wir wünschen eine gute Osterlektüre, vielleicht ja sogar in Gesellschaft.