Der WochenrückblickHöllenangst

Zufall oder Kalkül? Ein freundlicher Beitrag des ZDF-Kindermagazins logo! zum Ende des Ramadans zeigt fröhliche Familien beim Fastenbrechen, mit Buffets voller Süßigkeiten und bunt gekleideten Mädchen und Frauen. Direkt danach gibt’s ein Erklärvideo zum Mitgliederschwund der christlichen Kirchen. In düsteren Bildern erfährt man, dass die Kirche vor 800 Jahren den Menschen Angst vor der Hölle eingejagt habe, um Ablassbriefe zu verkaufen. Heute gebe es auch deshalb immer weniger Kirchenmitglieder, weil diese wohl nicht modern genug sei und „Kirchenleute in den letzten Jahrzehnten richtig schlimme Fehler gemacht und zum Teil schreckliche Verbrechen an Kindern begangen haben“. Danach erklärt die Moderatorin den Kindern, auf der logo!-Website sei „mehr zu diesen Verbrechen“ zu lesen.

1 | Mainz. Gegen das Timing, aber auch die jeweils einseitigen Inhalte reichte ein Zuschauer Programmbeschwerde ein. Nun äußerte das ZDF Bedauern über „den Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung“. Man habe die „unglückliche Programmierung“ erkannt. Natürlich: All dies sei „keineswegs intendiert“ gewesen, der Vorfall werde „aufgearbeitet“.

2 | Bonn. Die „Ökumenische Friedensdekade“ hat zur Teilnahme an den Ostermärschen aufgerufen. „Geopolitische Spannungen fordern uns heraus, über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinauszublicken“, heißt es in einer Erklärung. Die Friedensbewegung setzte 2026 „ein klares Statement gegen die Logik des Krieges“.

3 | Monaco. Als erster Papst seit 500 Jahren hat Leo XIV. Monaco besucht. In dem Fürstentum am Mittelmeer, das als ein Domizil der Reichen gilt, prangerte der Papst die „wachsende Kluft zwischen Arm und Reich“ und „ungerechte Machtverhältnisse“ an. Vor der Rede sprach Monacos Fürst Albert II. vom „Gebot der Solidarität“ für diejenigen, „die über die meisten Mittel verfügen“.

4 | Münster. Heiner Wilmer ist der 77. Bischof von Münster. Offiziell in sein Amt eingeführt wird der 64-Jährige am 21. Juni. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz übernimmt damit die mitgliederstärkste Diözese Deutschlands. In der ersten Rede nach seiner Ernennung geht er auch auf das Thema sexueller Missbrauch ein: „Das alles darf es nie wieder geben und ich werde mich mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft dafür einsetzen, dass unsere Kirche ein sicherer Raum ist.“

5 | Canterbury. Here I am: Sarah Mullally ist nach der feierlichen Inthronisation in der Woche vor Palmsonntag offiziell die erste weibliche Erzbischöfin von Canterbury und somit geistliches Oberhaupt der anglikanischen Gemeinschaft mit ihren rund 85 Millionen Gläubigen. Sie kündigte an, noch im April Papst Leo XIV. im Vatikan besuchen zu wollen.

6 | Washington. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth leitet seit kurzer Zeit öffentliche Gebetsdienste im Pentagon. Zuletzt betete er um „überwältigende Gewalt gegen diejenigen, die keine Gnade verdienen“.

7 | Rom. Dagegen erklärte Papst Leo XIV. im Palmsonntagsgottesdienst auf dem Petersplatz, Gott lehne „Gebete von Führern ab, die Kriege beginnen und die Hände voll Blut haben“ (vgl. Jes 1,15). In seiner Predigt nahm der Papst auch Bezug auf die Verhaftung Jesu, als einer seiner Begleiter dem Knecht des Hohenpriesters ein Ohr abhieb: „Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52).

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