Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Diese Lektion steht ganz am Anfang der biblischen Menschheitsgeschichte. Während alle anderen Aspekte der Schöpfung schon „gut“ sind, fehlt dem frisch geschaffenen Menschen etwas – beziehungsweise jemand. Erst in der Gemeinschaft ist die Schöpfung vollendet, das Paradies möglich. Der andere Mensch macht uns vollkommen. Vielleicht sollten wir diese biblische Weisheit öfter im Hinterkopf behalten, wenn wir im Alltag an unzähligen Mitmenschen vorbeikommen, ohne sie – und ihre ganz persönliche Geschichte – wirklich zu sehen. Dabei kann jede Begegnung, auf die man sich einlässt, neue Perspektiven eröffnen und die eigene kleine Welt ein Stück reicher machen. Es lohnt sich!
In dieser Ausgabe geht es um Menschen, die den Schritt gewagt haben und dem Gegenüber ganz offen begegnen. Gut österlich geht es los mit Schwester Nicola Maria Schmitt, die das Zusammentreffen von Maria von Magdala und dem auferstandenen Jesus in Form einer Lectio Divina zum Leben erweckt. Dirk Müller berichtet von einem Engel, dem er jeden Morgen beim Aufwachen begegnen darf. Wir sprechen mit Bischof Michael Gerber über den Menschen als „Begegnungswesen“ und die Erfahrung, dass sich die Gegenwart Christi gerade da zeigt, wo man sich dem anderen öffnet. Schließlich besuchen wir ein Mehrgenerationenhaus, in dem Menschen jeden Alters und aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammenkommen, um gemeinsam zu essen, sich zu unterhalten und über alle scheinbaren Gräben hinweg Freundschaften zu schließen.