Ihre PostLeserbriefe

Etwas Besseres

Zum Zeitgang „Krieg ist immer böse“ (CIG Nr. 11, S. 3)

Abt Nikodemus Schnabel sei Dank, dass er uns aus anderer Perspektive daran erinnert, dass es etwas Besseres gibt auf dieser Welt als Gewalt und Zerstörung. Macht wird in der Begnadigung erfahren und nicht in der Gewaltanwendung. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, für Drohgebärden Waffen zu produzieren, so hat die Selbstbegrenzung dort anzusetzen, wo man in Versuchung gerät, sie wirksam werden zu lassen.

Dr. Klaus Niermann, Neu-Anspach

Der Abt vermeidet hohlen Wortschwall, wofür ich ihm rundum danke. Wenn ich in den Jahren als Präsident der Deutschen Sektion von pax christi (2002– 2019) etwas gelernt habe, dann dies: Kriege fallen nicht vom Himmel. Lange bevor Gewalt und Krieg ausbrechen, haben sie Eingang gefunden in die Herzen der Menschen. Sie sind Ausbrüche jener Ideologien und Emotionen, die zuvor in den Herzen der Menschen vergiftend gewirkt haben. Es geht also nie um ein unabwendbares Schicksal, vielmehr um eine Niederlage der Menschheit.

Bischof em. Heinz Josef Algermissen, Fulda

Ein Flirt?

Zum Beitrag „Frauennot statt Herrenwitz“ (CIG Nr. 10, S. 5)

Es tut mir leid, dass ich beim ersten Hören über den „Herrenwitz“ mit der so oft verheirateten Frau gelacht habe. Jetzt, beim Lesen, nicht mehr; denn die Autorin hat die Erzählung ins rechte Hintergrundlicht gerückt. Danke!

Erika-Johanna Zimmermann, Salzgitter

Ich schlage vor, die Begegnung zwischen Jesus und der Frau am Brunnen auch als eine Beziehung auf Augenhöhe, als einen Flirt zwischen Mann und Frau zu deuten. Die Auslegung der Autorin ist auf die Not der Frau fokussiert, mein Deutungsvorschlag auf die Freude an der überraschenden Beziehung, die auch für Jesus, den jüdischen Mann, ein riskantes Sich-Einlassen bedeutet.

Dr. Hans Duesberg, München

Diese Bibelstelle hat nichts mit mehrfacher Eheschließung zu tun. Historisch exegetisch ist etwas anderes gemeint: Der Assyrerkönig Sargon hatte nach der Deportation der Bewohner von Samaria im Jahr 722 v. Chr. dort fünf verschiedene Stämme angesiedelt, die alle ihre Götter mitbrachten. Diese Fremdgötter sind die fünf „Ehemänner“. Und das sind eben keine echten Götter; erst Jesus ist der wahre „Bräutigam“.

Dr. Hedwig Lamberty (online)

Ruhelos

Zum Zitat der Woche (CIG Nr. 10, S. 2)

Der Glaubende kann nicht stehen bleiben, er oder sie wird ständig auf dem Weg des Suchens sein – immer in der Gewissheit, dass Jesus längst auf der Suche nach mir ist. Wie gut zu wissen, dass auch der Papst mit mir auf dem Weg ist.

Matthias Lich, Nieder-Olm

Solange wir über diese Erde pilgern, sind wir auf der Suche nach Gott. Darin sehe ich keinen Widerspruch zum Glauben. Glaube erschöpft sich nicht in formelhaften Bekenntnissen; er ist eine existenzielle Herausforderung, mit der wir auf jedem Abschnitt unseres irdischen Pilgerweges neu konfrontiert werden: ein ruheloser Glaube.

Hubertus Hess (online)

Vorarbeit

Zum Artikel „Papst mit vielen Facetten“ (CIG Nr. 9, S. 6)

Die unterschiedlichen Darstellungen und Bewertungen der historischen Ereignisse rund um Pius XII. und den Massenmord an den Juden darzulegen, ist ohne Zweifel hilfreich. Was mich allerdings stört, ist der Umstand, dass seit der Öffnung der Vatikanarchive so getan wird, als ob jetzt Erkenntnisse zutage gefördert würden, die die Rolle des Papstes in einem ganz anderen Licht erscheinen ließen. Nirgendwo habe ich eine Würdigung oder wenigstens Erwähnung bereits vor Jahrzehnten publizierter Untersuchungen gelesen, etwa von jüdischer Seite Pinchas Lapide (Rom und die Juden, 1967) oder Rabbiner David G. Dalin (Der Mythos von Hitlers Papst, 2005).

Prof. Dr. Wolfgang Wagner

Papst Pius XII. hat nach dem Krieg Kinder aus den vom Krieg betroffenen Ländern nach Italien eingeladen. Ich durfte damals für vier Wochen nach Cattolica bei Rimini. Wir waren in einer Kaserne untergebracht und durften alle Tage zum Strand ans Meer. Es war eine wunderbare Zeit für mich!

Gertrud Remling, Rimpar

 

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