Wozu sind Kriege da? Die gleichnamige Ballade von Udo Lindenberg ist 45 Jahre alt, die Frage noch viel älter. Die Antwort? Immer wieder anders, und die Folgen auch. Nun ist es also der Irankrieg mit massiven Angriffen der USA und Israels sowie einer Flut an Reaktionen und Auswirkungen im gesamten Nahen Osten. Und wie immer gibt es zahllose „zivile Opfer“ oder anders gesagt: unschuldige Frauen, Kinder, Familienväter, alte Menschen, Säuglinge, die einfach getötet werden. Das sind dann wohl „Kollateralschäden“. Kirchensprecher mahnen derweil Mäßigung an. Es ist, als ob im immergleichen Elend die immergleichen Mechanismen wirkten. Die Folgeschäden für Mitteleuropa fallen wie üblich vergleichsweise milde aus – die Energiepreise steigen.
Dass wir unser Mitgefühl bewahren für die wirklich Leidenden und nicht abstumpfen in einer Welt, die ja zumindest nicht ausschließlich aus Katastrophen besteht, das jedenfalls sollte mehr als ein frommer Wunsch sein.
1 | Vatikan. Zehn Arbeitsgruppen hatte Papst Franziskus einst beauftragt, um über heikle Themen aus der Weltsynode zu beraten. Nun haben zwei davon ihre Arbeit beendet – beide plädieren für eine modernere Priesterausbildung, die nicht nur im Priesterseminar stattfinden solle, sondern auch in den Gemeinden vor Ort. Zudem seien „gut vorbereitete und kompetente Frauen“ als Mitverantwortliche auf allen Ebenen der Ausbildung einzubeziehen.
2 | Teheran. Was folgt aus der Militäroffensive der USA und Israels und dem Tod des religiösen Führers von Iran, Ali Chamenei? Ein Sturz des Regimes könnte nach Ansicht des Osnabrücker Islamforschers Rauf Ceylan einerseits zu einer Radikalisierung von Schiiten weltweit führen. Andererseits sei die iranische Gesellschaft gespalten in Anhänger und die stärker werdenden Gegner des religiösen Herrschaftssystems. Belegt sei ein massiver Säkularisierungsschub in Iran und die Forderung nach einer Trennung von Staat und Religion, was Ausdruck einer tiefgreifenden Abkehr von der Theokratie sei.
3 | Berlin. Gedenkstätten in Deutschland beobachten eine Zunahme rechtsextremer Vorfälle gegen das Holocaust-Gedenken. Das ARD-Politikmagazin Panorama hat 130 Gedenkstätten befragt, die an NS-Verbrechen erinnern. Besonders bei großen KZ-Gedenkstätten kommt es demnach regelmäßig zu Schmierereien und anderen Vorfällen. Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald beobachtet einen „Trend von Straftaten sowie Provokationen aus den Reihen junger Besucher, auch aus Schulklassen heraus“. In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen habe sich die Anzahl an Vorfällen in den letzten Jahren verdoppelt.
4 | Islamabad/Kabul. Auch im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert erneut die Gewalt, auf beiden Seiten sollen Hunderte Soldaten wie auch Zivilsten getötet worden sein. Pakistan wirft den Taliban immer wieder vor, Terrorgruppen zu unterstützen.
5 | Jerusalem. Die Große Jesaja-Rolle, ältestes fast vollständig erhaltenes biblisches Manuskript, ist laut der Zeitung Times of Israel nur wenige Tage nach dem Beginn einer Jerusalemer Sonderausstellung wegen des Irankrieges an einen sicheren Ort gebracht worden.
6 | Amsterdam. Das Amsterdamer Rijksmuseums hat ein bisher unbekanntes Rembrandt-Gemälde als echt bestätigt, das dem Museum privat übergeben worden war. Das Werk mit dem Titel Vision von Zacharias im Tempel aus dem Jahr 1633 zeigt eine biblische Szene, in der der Erzengel Gabriel den Priester Zacharias aufsucht, um ihm mitzuteilen, dass er einen Sohn haben wird, den späteren Johannes den Täufer. Das Werk ist seit dem 4. März öffentlich zugänglich.
7 | Paderborn. Am Paderborner Dom ist ein Gedenkort für Opfer sexuellen Missbrauchs eröffnet worden. Das Mahnmal, ein überdimensionaler Tisch mit Memory-Karten, soll den Skandal des Missbrauchs „aufdecken und daran erinnern“, so Künstler Christoph Brech.