Durch das Beten bleibe ich jung“, sagt Bruno Kant. Er bete täglich, lese in seinem Brevier und löse Sudoku-Rätsel. Am 26. Februar wurde der pensionierte Pfarrer im hessischen Eichenzell-Löschenrod gesegnete 110 Jahre alt. Er ist damit der älteste Mann in Deutschland und nach Angaben des Vatikans der älteste katholische Priester weltweit. Papst Leo XIV. sandte ihm ein Gratulationsschreiben, der Fuldaer Bischof Michael Gerber und Weihbischof Karlheinz Diez gratulierten persönlich. 1934 begann Bruno Kant sein Theologiestudium, bevor er als Frontsoldat eingezogen wurde. Nach drei Jahren in russischer Gefangenschaft kehrte er 1948 zurück und wurde 1950 im Fuldaer Dom zum Priester geweiht. Bis zu seinem 102. Lebensjahr half er noch regelmäßig im aktiven Seelsorgedienst mit. Das Bistum Fulda würdigte seine „gütige und bescheidene Art, mit der er Brücken schlug“. In Petersberg-Marbach, wo er Jahrzehnte lebte und wirkte, trägt eine Straße seinen Namen.
Bruno Kant lebt zu Hause, umsorgt unter anderem von seiner Nichte und einer Pflegerin, mit der er sich dank seiner Kindheit in Danzig polnisch unterhalten kann. Warum ihn Gott noch nicht abberufen hat, wisse er selbst nicht.