PersönlichWunibald Müller

geb. 1950, studierte Theologie und Psychologie. Langjähriger Leiter des Recollectiohauses der Abtei Münsterschwarzach. Bekannt wurde er als Autor zahlreicher Bücher und Beiträge zu Themen der Spiritualität und Psychotherapie. Wunibald Müller schreibt regelmäßig im Anzeiger für die Seelsorge, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Was empfinden Sie als Ihre Stärke?
Zuhören zu können und kreativ zu sein

Was stört Sie an sich selbst?
Manchmal zu sehr empfindlich zu sein

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei anderen Menschen?
Verbindlichkeit und Treue

Welche Eigenschaft stört Sie bei anderen Menschen?
Unzuverlässigkeit und Überheblichkeit

Wer hat Sie stark beeinflusst?
Meine Eltern und ab dem 12. Lebensjahr meine benediktinische Erziehung in verschiedenen Internaten

Welcher Theologe fasziniert Sie?
Immer wieder neu Karl Rahner und Thomas Merton, als Psychologe Irvin D. Yalom

Welche Bibelstelle gibt Ihnen (heute) Kraft für den Alltag?
„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich an meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende in Ehren an“ (Psalm 73,23 und 24).

Was ärgert Sie an der Kirche?
Inzwischen nichts mehr, weil sie mir als Organisation immer weniger bedeutet.

Was wünschen Sie der Kirche?
Dass sie überlebt und die Chance wahrnimmt, sich von Grund auf zu erneuern. Ich stelle mir dabei vor, wie die, die in ihr ausharren – einer davon bin ich selbst –, sich dahinschleppen, ineinander eingehängt und einander stützend. Sie sind oft verzweifelt, geben aber trotzdem nicht auf. Ein „oben“ oder „unten“ gibt es da nicht mehr.

Was wünschen Sie sich von der Kirche?
Von der Kirche wünsche ich mir nichts. Auch erwarte ich nur noch wenig von ihr. Ich wünsche mir, dass ich die Kraft habe, trotzdem in der Kirche zu bleiben und ich erwarte von mir, mich vor Ort in ihr zu engagieren und sie – wie ich es fast ein Leben lang versucht habe –, zu verändern.

In welchen Momenten empfinden Sie tiefes Glück?
Wenn mir so richtig bewusst wird, welch ein Privileg, welch eine Gnade es ist, heute, jetzt, im Moment zu leben. Da erlebe ich Glück als ein leises Singen der Seele. Da erlebe ich Leben in Fülle.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Immer mehr: Ich will da sein, um vor allem die anderen zu sehen, für sie da zu sein, für sie zum Segen werden. Immer weniger: Ich bin da, um vor allem selbst gesehen zu werden.

Für welche Hobbys nehmen Sie sich Zeit?
Schwimmen, Romane und Krimis lesen, wandern, singen z. B. im Kirchenchor

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?
Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Heinrich Böll, Thomas Mann

Welche Musik bevorzugen Sie?
Reggae, Jazz, Klassische Musik

Von welchem Leben träumen Sie heimlich?
Da für mich Träume wie Seelenfreunde sind, lege ich großen Wert auf meine Träume und werde in der Regel auch jede Nacht mit Träumen beschenkt. Sie erfüllen meine geheimsten Wünsche, führen mir meine Innenwelt vor und bereichern dadurch mein Leben ungemein. Sie erinnern mich daran, wenn ich Gefahr laufe, es zu vergessen, dass ich im Tiefsten glücklich bin. „Wer das erkennt, der wird glücklich sein – sofort, im selben Augenblick“ (Dostojewski).

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