Anzeige: Der Herr hält unsere Hand. Unveröffentlichte Predigten. Band 1: Fasten- und Osterzeit. Von Benedikt XVI.
Titelbild Stimmen der Zeit Februar 2026

Über diese Ausgabe

Artikel

  • Gratis S. 83-90

    Kirchliche IdeenpolitikWofür stehen die Namen Thomas von Aquin und Immanuel Kant?

    Im November wurde der Philosoph, Autor und Tagespost-Redakteur Sebastian Ost-ritsch erst zu einem Vortrag über Gottesbeweise an die Hochschule für Philosophie in München eingeladen, nach Protesten insbesondere von Studierenden aber wieder ausgeladen. Die Hochschule begründete ihre Absage damit, dass der akademische Diskurs zum eigentlichen Vortragsthema von anderen Debatten überlagert zu werden drohte. Auf die Absage folgten wiederum Vorwürfe etwa einer „Cancel Culture“. Georg Sans SJ, Studiendekan und Professor für Religions- und Subjektphilosophie an der Hochschule, kommentiert das Geschehen mit Fokus auf die angekündigten Vortragsinhalte: „Thomas von Aquin versus Immanuel Kant“, zwei Namen, die kirchenpolitisch häufig instrumentalisiert werden.

  • Plus S. 91-101

    Umdeutungen der Religionsfreiheit durch RechtsaußenDas Fallbeispiel AfD

    Bernd Hirschberger arbeitet als Referent für Menschenrechte bei der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Katja Voges ist als Referentin für Menschenrechte und Religionsfreiheit beim Internationalen katholischen Hilfswerk „missio Aachen“ tätig. Der Beitrag geht auf ein Kapitel aus dem englischsprachigen Buch der beiden Autoren, „Religious Freedom and Populism. The Appropriation of a Human Right and How to Counter It“, zurück, das im transcript-Verlag erschien. Für die Stimmen der Zeit wurde der Text übersetzt, leicht bearbeitet und um aktuelle Entwicklungen ergänzt.

  • Plus S. 103-113

    Musterknaben der Versöhnung?Zum deutsch-polnischen Briefwechsel der Bischöfe 1965

    Jörg Lüer ist Historiker und Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax sowie katholischer Geschäftsführer der „Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung“. Aufgrund seines Engagements für die deutsch-polnische Verständigung etwa als Vorstandsmitglied der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ wurde er 2022 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Lüer würdigt den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe vor sechzig Jahren, der nach dem Krieg maßgeblich zur Versöhnung beider Länder beigetragen hat. Der Autor erkennt aber auch neue und alte Differenzen sowie bleibende Herausforderungen auf dem langen Weg der Versöhnung.

  • Plus S. 115-123

    HesychasmusEine Waffe in Russlands Kulturkampf gegen den Westen

    Hesychasmus ist nicht nur eine weltabgewandte mystisch-asketische Gebetspraxis der Ostkirche, sondern dient auch als Kampfbegriff gegen die säkulare Kultur des „kollektiven Westens“ und der westlichen Moderne. Antimoderne Denker wie Pavel Florenskij und Aleksej Losev sowie politische Akteure wie Aleksandr Dugin sehen im Hesychasmus ein zentrales Merkmal des integralen Kulturtypus des christlichen Mittelalters, der sich in idealer Weise in Byzanz und in der Moskauer Rus’ ausgeprägt habe und in diametralem Gegensatz zur sogenannten Renaissance-Kultur des Westens stehe. Wie der Historiker und Slawist Michael Hagemeister zeigt, wird der Hesychasmus im aktuellen russischen Kulturkampf gegen den Westen instrumentalisiert als Teil einer eschatologischen Mission, die Russland als Drittes Rom und Aufhalter des Antichrist versteht.

  • Kunst und Mystik: Franz Stecher SJ und Giovanni Poggeschi SJ - zwei Jesuiten und Künstler
    Plus S. 129-139

    Kunst und MystikFranz Stecher SJ und Giovanni Poggeschi SJ - zwei Jesuiten und Künstler

    Der Österreicher Franz Stecher (1814-1853) und der Italiener Giovanni Poggeschi (1905-1972) waren beide Jesuiten und als bildende Künstler tätig. Während sich in Poggeschis Werk viele religiöse Motive finden lassen, gelangen Stecher Darstellungen des Alltäglichen besser. Gustav Schörghofer SJ, Künstlerseelsorger und Rektor der Jesuitenkirche Wien 1, würdigt das künstlerische Schaffen beider Maler und zeigt eine Auswahl ihrer Werke.

  • Plus S. 141-151

    Zwischen Recht und GerechtigkeitMissbrauch und Entschädigung

    Ist der durch sexuellen Missbrauch entstandene Schaden an Körper und Seele wiedergutzumachen, etwa finanziell? Kann überhaupt von Schadensersatz oder Schmerzensgeld als Ausgleich gesprochen werden, in dem Sinne, dass Probleme damit aus der Welt geschafft würden? Jan-Luca Helbig, Referent für Aufarbeitung beim Erzbistum Köln, veröffentlicht im April seine rechtshistorische Dissertation zum Themenkomplex. Unter dem Titel „Die Schätzung des Menschen“ untersucht er die auch moraltheologischen Wurzeln des Schmerzensgeldes, die bis ins Mittelalter zurückgehen.

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