Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und den Eltern eines Kindes trägt entscheidend dazu bei, dass sich das Kind sicher fühlt, seiner Neugier folgen und sich frei entfalten kann. Sie ist gesetzlich verankert. So sind Kindertageseinrichtungen laut SGB VIII dazu verpflichtet, bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben eine enge Kooperation mit den Eltern zu suchen und diese in Entscheidungen bei wesentlichen Angelegenheiten der Kita einzubeziehen.

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Der Begriff der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Während der Begriff Bildungspartnerschaft eher aus dem Feld der formalen Bildung stammt und das Zusammenwirken von Kita und Elternhaus als wichtige Lernorte des Kindes meint, bezieht sich Erziehungspartnerschaft auf die gemeinsame Verantwortung für das kindliche Wohl. Hier geht es um die Felder der Erziehung, Förderung und Betreuung.

Wer ist für das Gelingen verantwortlich?

Die Verantwortung für eine gelungene Bildungs- und Erziehungspartnerschaft trägt die pädagogische Fachkraft in ihrer Berufsrolle. Sie ist verantwortlich für die Qualität der pädagogischen Arbeit – und somit auch für das kontinuierliche Wachstum einer konstruktiven Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Somit hat das pädagogische Personal die professionelle Verpflichtung, die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu stärken.

Selbstverständlich sollte es auch im Interesse der Eltern liegen, eine gute Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu gestalten. Dennoch können die Eltern als Privatpersonen für sich entscheiden, wie weit sie sich in kooperative Prozesse einbringen.

Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in der pädagogischen Praxis

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ist primär eine innere Haltung, als das Erfüllen bestimmter Aufgaben. Die gemeinsame Verantwortung für das Kind wird als selbstverständlich begriffen. Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ist geprägt von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung. Hinzu kommt das Bewusstsein, dass man durch seine Rollen und Individualität verschiedene Perspektiven auf das Kind, unterschiedliche Erfahrungen und Motivationen hat. Diese unterschiedlichen Sichtweisen sollen dabei nicht als Hindernis, sondern als Chance gesehen werden, Perspektiven zu ergänzen und damit einen umfassenden Blick auf das Kind zu erhalten.

Jeder ist ein Experte

Niemand kennt das Kind so gut, wie seine Eltern. So sind die Eltern auch die Experten für ihr Kind im Speziellen. Die pädagogischen Fachkräfte hingegen sind Experten für die allgemeine kindliche Entwicklung und Bildung. Es ist wichtig, sich diese Asymmetrie bewusst zu machen und sie anzuerkennen. Denn es sollte nicht darum gehen, in ständigen Diskussionen eine Einigung zu erzwingen oder Machtverhältnisse auszuspielen. Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern vielmehr, in einem intensiven Austausch Erfahrungen und Informationen auszutauschen und abzugleichen! Dialog und Kommunikation sind Grundlage der Partnerschaft.
Das Ziel ist eine Partnerschaft, bei der sich Familie und Kindertageseinrichtung füreinander öffnen, ihre Erziehungsvorstellungen austauschen und zum Wohl der ihnen anvertrauten Kinder kooperieren.

Wie realisierbar ist die Umsetzung einer gelingenden Partnerschaft?

Um eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu realisieren, ist es von Bedeutung, dass die erforderlichen Ressourcen gegeben sind. Eine gelingende Partnerschaft aufzubauen und zu pflegen, ist für alle beteiligten Parteien zeitintensiv und anspruchsvoll. Sowohl Eltern, als auch pädagogische Fachkräfte verfügen über einen vollen Terminkalender sowie wenig Verfügungszeiten. Hinzu kommen häufig geringe Personalkapazitäten, Fluktuation und andere Einschränkungen, die der Arbeitsalltag mit sich bringt. Inwieweit kann also eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft realisiert werden? Hierfür wird in jedem Fall eine gute Planung und Organisation vorausgesetzt. Die pädagogischen Fachkräfte und die Eltern müssen gemeinsam herausfinden, wie trotz einschränkenden Rahmenbedingungen eine gute Zusammenarbeit gelingen kann. Außerdem darf das Ziel, nämlich das Wohl der Kinder, nicht aus den Augen verloren werden.


Quellen:

    • Roth, Xenia (2014): Handbuch Elternarbeit. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in der Kita. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder GmbH
    • Kindergarten heute Fachmagazin, Ausgabe 2/2019, Erziehungspartnerschaft
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