Im Familienzentrum „Schillerstraße“ in Maintal erleben wir täglich, wie unterschiedlich Kinder sind. Doch wie erlebt ein Kind, das besonderen Reizen ausgesetzt ist oder andere Formen der Unterstützung benötigt, den Alltag? Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai haben wir einen Inklusionstag durchgeführt. Mit dem Aktionstag „Wir leben Vielfalt“ wollten wir Familien, Fachkräfte und Interessierte für das Thema Inklusion sensibilisieren, Begegnungen schaffen und Inklusion erlebbar machen.
Besonders eindrucksvoll war unser Überreizraum. Dort konnten Kinder und ihre Familien mithilfe verschiedener Geräusche, Stimmen und Sinneseindrücke erleben, wie schnell Reizüberflutung entstehen kann. Viele Eltern und Fachkräfte waren bewegt davon, wie anstrengend und belastend der oft laute Kita-Alltag für manche Kinder sein kann. Berührend war auch die Aktion zum Thema „Sehen“. Maks, ein blinder Junge, stellte Hilfsmittel vor, die ihm den Alltag erleichtern. Die Kinder und ihre Familien konnten ihren Namen in Brailleschrift stanzen und die erhabenen Punkte mit den Fingern ertasten. Außerdem gab es einen Gebärden-Workshop und einen Parcours, der mit Augenbinde und Blindenstock bewältigt werden konnte. Neben aktiven Angeboten wie diesen gab es auch Rückzugsmöglichkeiten wie einen Entspannungsraum, der Ruhe und Sicherheit vermitteln sollte. Beim gemeinsamen Gestalten eines großen Gemeinschaftsbildes konnten Familien ihre Gedanken und Ideen sichtbar werden lassen.
Für unser Team war der Inklusionstag eine wertvolle Erfahrung. Besonders berührt hat uns die Offenheit, mit der Kinder und Erwachsene aufeinander zugingen, Fragen stellten und neue Perspektiven zuließen. Der Tag hat uns einmal mehr gezeigt: Inklusion beginnt dort, wo Menschen einander begegnen, Unterschiede anerkennen und Vielfalt selbstverständlich leben.