In Frankreich haben die Bistümer der Pariser Kirchenprovinz mit dem Konsultationsprozess für ihr Provinzialkonzil begonnen. Damit reagieren die acht (Erz-)Diözesen Créteil, Meaux, Nanterre, Paris, Pontoise, Saint-Denis, Versailles sowie die französische Militärdiözese auf den enormen Anstieg von Taufen. So wurden allein in der Osternacht 2024 in Frankreich etwa 17.000 Menschen getauft. Ähnliche Zahlen gab es für 2025: Neben 7400 Jugendlichen empfingen über 10.000 Erwachsene das Sakrament. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 2075 katholische Erwachsenentaufen im Jahr 2024 (ab Vollendung des 14. Lebensjahres). Die evangelische Kirche verzeichnete 2023 rund 11.000 Erwachsenentaufen.
In Frankreich setzt sich ein bereits seit mehreren Jahren andauernder Trend fort. Vor allem immer mehr junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren lassen sich taufen. Um darauf angemessen zu reagieren, kündigten die Bischöfe bereits im vergangenen Jahr das Provinzialkonzil „gemäß den Regeln der Kirche“ zum Thema „Katechumenen und Neulinge, neue Perspektiven auf das Leben unserer Kirche in unseren Diözesen“ an. „Die Situation dieser tausenden neuen Christen in unserer Region Île-de-France ist eine Freude und schafft eine Pflicht für uns: Was müssen wir tun und besser und besser tun, damit sie in unserer Mitte etwas finden, um im Glauben weiter zu wachsen?“, heißt es in dem bischöflichen Schreiben an die Gläubigen.
Dem Konsultationsprozess folgt Ende Mai eine einjährige Phase der Beratung. Insgesamt sind drei Konzilsversammlungen geplant. Auf der Grundlage der Konsultations-Ergebnisse sollen für die Bischöfe Orientierungsvorschläge erarbeitet werden. Anschließend könnten die Konzilsentscheidungen in die Diözesen aufgenommen werden, sobald die römische Zustimmung (recognitio) erlangt wurde. Diese Phase könnte an Allerheiligen 2027 beginnen, heißt es vonseiten der Zuständigen.