Begegnung neu denkenEin neuer Sammelband zur Zukunft unserer Kirchengebäude

KirchenRaum. Begegnung neu denken, hg. von Ann-Katrin Gässlein im Auftrag der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, Zürich: Theologischer Verlag (TVZ) 2025; 195 S.; 29,80 €; ISBN 978-3-290-20267-5

Der Titel „KirchenRaum“ deutet es an: Die Beiträge des Buches verhandeln die Zukunft unserer Kirchengebäude. Und der Untertitel „Begegnung neu denken“ zeigt: Es gilt, über die (ggf. nur einmalige) sonntägliche Nutzung der Kirchenräume hinaus zu denken. Der Band, der von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich angeregt und herausgegeben wird, erläutert etwa durch die Artikel von Christoph Sigrist („Wie können kirchliche Räume für diakonische Aufgaben benutzt werden?“), Johannes Stückelberger („Worin liegen die Chancen der Zusammennutzung von Kirchengebäuden mit nichtkirchlichen Partnern?“), Christoph Schmidt („Wie wird das kulturelle Erbe der Kirchenräume architektonisch und künstlerisch zugänglich?“) oder Anna Schindler („Was können bestehende Kirchengebäude zu einer gelingenden Stadtentwicklung beitragen?“) einen breiten wie aktuellen Stand der Diskussionen.

Mit dem Beitrag von Birgit Jeggle-Merz, der emeritierten Professorin für Liturgiewissenschaft der Universität Luzern, weitet er den Blick: „Ein Stück Umbau der Kirche als Glaubensgemeinschaft. Wie verändert sich ein Kirchenraum, wenn dort nicht nur Gottesdienst gefeiert wird?“ (S. 145– 155). Die vielfältige Nutzung der Räume ist historisch gesehen nichts Neues. Zugleich wirkt sich ein Transformationsprozess aber auch auf die Sichtweise der Gläubigen aus. Als zentrale These hält die Autorin deshalb fest: „In einem mehrdimensional genutzten Kirchenraum erhält auch die Liturgie ein verändertes, neues Gesicht“ (S. 148).

Als gelungene Beispiele weist sie auf den Mai- Hof in Luzern hin – seit 2012/13 wird die Kirche St. Josef mit den angrenzenden Gemeinderäumen für viele Besuchergruppen geöffnet –, auf St. Maria Empfängnis in Neersen und die Heilig-Geist-Kirche in Mönchengladbach. In die beiden letzten Kirchen haben u. a. öffentliche Büchereien Einzug gehalten und regen auch außerhalb von Messfeiern und privaten Gebetszeiten zum Besuch an. In Interviews erläutern Gunda Brüske, die Leiterin des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz (S. 157–166), wie auch Urs Brosi, der Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (S. 169–177), dass das alles gut begleitet werden muss.

Der Band bietet im Anhang Hinweise auf „Kirchliche Handreichungen und Leitlinien“ (S. 185) sowie „Datenbanken, Webseiten, Dokumentationen“ (S. 186–189) und stellt ausgewählte „Literaturempfehlungen“ zusammen (S. 190–192). Darüber hinaus liefert er den Nachweis, dass sich die Verantwortlichen in Zürich (S. 129–131), Luzern (S. 141 f.), St. Gallen (S. 178 f.) und Basel (S. 180–183) dem Thema aktiv stellen und bereits Vorschläge für die nähere Zukunft ihrer Sakralbauten erarbeitet haben.

Dr. Walter Zahner, Regensburg

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Begegnung neu denken: Ein neuer Sammelband zur Zukunft unserer Kirchengebäude

hg. von Ann-Katrin Gässlein im Auftrag der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, Zürich: Theologischer Verlag (TVZ) 2025; 195 S.; 29,80 €; ISBN 978-3-290-20267-5