Titelseite Gottesdienst 13/2026

13 / 202615. Juni 2026

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Magnifica humanitas, die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., hat bereits kurz nach ihrem Erscheinen große mediale Aufmerksamkeit und viel Zustimmung erfahren. Besonders die Aussagen zur Künstlichen Intelligenz, zur Macht großer Technologiekonzerne und zur Gefahr einer Entfremdung des Menschen in digitalen Strukturen wurden vielfach aufgegriffen. Der Papst warnt eindringlich vor einer Welt, in der der Mensch zunehmend nach Kriterien von Effizienz, Berechenbarkeit und Verwertbarkeit beurteilt wird.

Wer das Dokument genau liest, kann auch liturgische Akzentsetzungen finden. Leo XIV. verweist mehrfach auf die Eucharistie als „persönlichste Begegnung mit dem Herrn“, die zugleich „nie bloß ein Akt individueller Frömmigkeit“ sei. Liturgie erscheint damit nicht als Rückzug aus den Herausforderungen der Gegenwart, sondern als Ort, an dem christliche Gemeinschaft überhaupt erst entsteht und eingeübt wird.

Gerade darin liegt ein wichtiger Aspekt: Wo Menschen Gottesdienst feiern, das Wort Gottes hören, zusammen beten und miteinander Gemeinschaft teilen, erfahren sie sich nicht als Konkurrenten oder als Teil anonymer Systeme, sondern als Schwestern und Brüder. Die Liturgie lässt uns mit allen Sinnen erfahren, dass Leben mehr ist als Leistung, als bloßes Funktionieren, als digitaler Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Likes.

Vielleicht besteht darin heute eine ihrer wichtigsten sozialethischen Dimensionen.

Ihr Manuel Uder

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 141-144

    Zwischen Sprechen und Singen

    Zwischen Sprechen und Singen

    Mit der Kantillation verfügt die Liturgie über eine eigene Klanggestalt. Das deutschsprachige Messbuch von 1975 setzte mit ihrer Adaption für die deutsche Sprache Akzente, die bis heute bemerkenswert sind.

Aktuell

Artikel

  • Plus S. 150-151

    Entkoppelung der Trias

    Durch das Zweite Vatikanische Konzil rückte die „Letzte Ölung“ als „Krankensalbung“ vom Lebensende der Menschen in das alltägliche Leben der Kranken. Doch in der Wahrnehmung und in der Praxis hält sich die traditionelle Verbindung von Beichte, Krankensalbung und Wegzehrung bis heute. – Kritische Anfragen aus dem Alltag eines Klinikseelsorgers.

Praxis

Medientipps

Downloads

Autorinnen und Autoren