Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat in Würzburg die Satzung der geplanten Synodalkonferenz verabschiedet. Bischof Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der DBK, soll nun im Vatikan eine Recognitio ad experimentum für die Satzung beantragen, eine probeweise Anerkennung also.
Das neue Gremium für die katholische Kirche in Deutschland geht zurück auf einen Beschluss des Synodalen Weges von DBK und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die Satzung wurde in den letzten drei Jahren vom sogenannten Synodalen Ausschuss erarbeitet. Die Vollversammlung des ZdK hatte der Satzung bereits im November – bis auf eine Enthaltung – einstimmig zugestimmt.
Nach einer Reihe von Gesprächen mit Kurienvertretern und Abstimmungen über den Wortlaut der Satzung rechnen die deutschen Verantwortlichen fest mit einer Zustimmung Roms zu dem Regelwerk.
Die Frage nach der Berechtigung und Zulässigkeit eines nationalen Kirchengremiums war umstritten – innerhalb Deutschlands, aber auch zwischen den Protagonisten des Synodalen Weges und dem Vatikan. Befürworter sehen in einer Synodalkonferenz ein Instrument für mehr gemeinsame Verantwortung, Transparenz und Beteiligung von Laien an kirchlichen Entscheidungen, während Kritiker befürchten, dass sie die hierarchische Struktur und Lehrautorität der Kirche schwächen, kirchenrechtlich problematisch sein und zu Spannungen mit der Weltkirche führen könnte.
Nach einer Reihe von Gesprächen mit Kurienvertretern und Abstimmungen über den Wortlaut der Satzung rechnen die deutschen Verantwortlichen jedoch fest mit einer Zustimmung Roms zu dem Regelwerk.
Vier Bischöfe – aus Regensburg, Eichstätt, Passau und Köln – beteiligten sich nicht an den Arbeiten des Synodalen Ausschusses. Der Eichstätter Bischof ist inzwischen emeritiert.
Die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, bemühte sich bei der Abschlusspressekonferenz der Würzburger Vollversammlung den Eindruck zu erwecken, man sei auf dem Weg in Richtung Einmütigkeit. Schließlich hätten sich die Bischöfe im "Verband der Diözesen Deutschland" (VDD) auf einen gemeinsamen Haushalt für 2026 verständigt, der eine Finanzierung der Synodalkonferenz einschließe. Die "Voraussetzung, dass dieser Weg gemeinsam gegangen wird, ist zumindest finanziell geschaffen worden", sagte Gilles. Das sei "schon mal ein Zeichen dafür, dass da etwas in Bewegung ist."
Diese Darstellung war allerdings etwas zu optimistisch. Wie COMMUNIO erfuhr, war bei der Verabschiedung des Haushalts für 2026 vereinbart worden, dass die Anteile der Bistümer Köln, Passau und Regensburg an der Finanzierung des Vorhabens in eine Verbindlichkeit des VDD gegenüber den drei Diözesen überführt werden. Damit bleibt zunächst offen, ob sich Köln, Passau und Regensburg am Ende tatsächlich finanziell an der Synodalkonferenz beteiligen werden.
Darauf angesprochen antwortete Gilles auf der Pressekonferenz ausweichend: Man müsse ohnehin noch die Zustimmung aus Rom abwarten.
Knappe Mehrheiten und kein Plan B
Doch offenbar sind die drei Bischöfe nicht die einzigen, die ein Problem mit dem neuen Gremium haben. Die nötige Zweidrittelmehrheit der 56 anwesenden DBK-Mitglieder sei in der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz nur sehr knapp erreicht worden, war in Würzburg zu hören.
Knapp war auch die Mehrheit für den neuen Konferenzvorsitzenden.
Das Portal "CNA Deutsch" berichtete, dass es zu einer "Kampfabstimmung" zwischen dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und Wilmer gekommen sei. Nachdem in den ersten beiden Wahlgängen die erforderliche Zweidrittelmehrheit verfehlt worden sei, sei Wilmer im dritten Wahlgang mit einfacher Mehrheit gewählt worden. Insider bestätigen diese Darstellung gegenüber COMMUNIO.
Overbeck gehört zum reformorientierten Lager der Bischöfe. Die Einführung der Synodalkonferenz bezeichnete er als notwendigen "strukturellen Entwicklungsschritt". Er leitete zusammen mit der Juristin Charlotte Kreuter-Kirchhof die entsprechende Kommission des Synodalen Ausschusses.
Auch Wilmer gehört nicht zum Lager der Kritiker, äußert sich aber weniger strukturell-organisatorisch, sondern betont eher die geistliche Dimension, spricht von Synodalität als Lern- und Hörprozess. So sagte Wilmer bei der Abschlusspressekonferenz: "Synodalität bleibt eine geistliche Haltung. Miteinander unterwegs sein, Verantwortung teilen, Entscheidungen gemeinsam tragen – und dabei steht Christus im Zentrum. Aus dieser Mitte wächst Vertrauen und Vertrauen schafft Zukunft".
Wie es mit der Synodalkonferenz weitergeht, hängt nun von Rom ab. Für den Fall, dass der Vatikan das Vorhaben doch ablehnt oder Änderungen an dem Regelwerk verlangt, scheint es derzeit keinen Plan B zu geben.
Die Würzburger Gastgeber bemühten sich indes um gute Stimmung: Am Mittwochabend trafen sich die Oberhirten zur Weinprobe im Würzburger Juliusspital – inklusive Auftritten von fränkischen Fastnachtsgrößen. Die Fastenzeit, heißt es, beginnt für Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz immer erst nach der Frühjahrsvollversammlung.