Marx-Brief zu Segensfeiern war "internes Schreiben"Keine Veröffentlichung im Amtsblatt geplant

Sprecher bestätigt: Marx-Schreiben war interne Empfehlung, anders als in anderen Bistümern wird es keine amtliche Publikation geben.

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© Lennart Preiss/EOM

Die Segensfeiern für "Paare in irregulären Situationen" in der katholischen Kirche haben per se einen "offiziell-inoffiziellen" Charakter. Laut der römischen Erklärung "Fiducia Supplicans" sollen sie "spontan" erfolgen und dürfen keinesfalls zu einem "liturgischen oder halbliturgischen Akt" werden.

Die deutschen Bischöfe haben mit der Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" versucht, die bewusst in der Schwebe gehaltene Angelegenheit stärker in Richtung Formalisierung zu verschieben.

Das wiederum veranlasste den verantwortlichen Kardinal im Vatikan, Víctor Manuel Fernández, öffentlich zu betonen, man habe dieses Vorgehen römischerseits nicht "gebilligt"; "jede Form der Ritualisierung" sei ausgeschlossen.

Den deutschen Bischöfen wiederum war es gelungen, die Handreichung "zur Kenntnis zu nehmen", ohne dabei aber einen "förmlichen Beschluss" zu fassen.

Im Rahmen des "Monitorings" zu den Beschlüssen des Synodalen Weges wiederum wurde vor einiger Zeit abgefragt, ob die Bistümer die fragliche Handreichung "eingeführt" haben.

Die "Tagespost" machte nun ein Schreiben von Kardinal Reinhard Marx bekannt, in dem er den Seelsorgern seines Münchner Erzbistums die Handreichung "empfiehlt". Der auf den 10. April 2026 datierte Brief, der COMMUNIO vorliegt, richtet sich an die Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter, wurde aber vom Erzbistum nicht veröffentlicht.

Es handelt sich "um ein internes Schreiben", wie ein Sprecher des Erzbistums gegenüber COMMUNIO bestätigt. Auch an eine amtliche Publikation der Handreichung – so wie dies in einigen anderen deutschen Bistümern geschehen ist – ist nicht gedacht: "Es ist keine Veröffentlichung im Amtsblatt vorgesehen", so der Sprecher.

In Amtsblättern der Bistümer Limburg, Osnabrück und Aachen ist die Handreichung bereits veröffentlicht worden, im Bistum Trier war eine Publikation geplant. Das ist die "offiziellste" Variante der Einführung. Kardinal Marx hat demgegenüber eine eher inoffizielle Variante gewählt. Dass in der "Bild"-Zeitung zu lesen war "Kirchen-Revolution: Marx ordnet Segen von Homo-Paaren an" dürfte sicher nicht in seinem Sinne gewesen sein.

Der "Eiertanz" rund um die Segensfeiern ist noch nicht zu Ende getanzt.

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