Anne König, die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), hat ihr Amt niedergelegt, wie der Verband am Freitag mitteilte – auf eigenen Wunsch und mit sofortiger Wirkung. Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Münsterland war erst im vergangenen Juni in das Amt gewählt worden. Auslöser des Rücktritts sind interne Auseinandersetzungen, wie König auf COMMUNIO-Anfrage bestätigte. Dabei ging es um die Finanzen sowie die Ausrichtung des Frauenverbandes.
Gegenüber COMMUNIO erklärt König:
"Ich habe über viele Monate versucht, den dringend nötigen Spar- und Reformprozess im Interesse der kfd-Mitglieder voranzutreiben. Eine Reihe von Diözesanvorständen und relevante Teile des Bundesvorstandes wollten in für mich wichtigen Punkten diesen Prozess so nicht mitgehen und verlangten andere Prioritäten in der Arbeit."
Sie habe sich gegen "höhere Mitgliedbeiträge" ausgesprochen und stattdessen für eine Senkung der Beiträge plädiert. Dafür habe sie "umfangreiche Sparmaßnahmen" vorgeschlagen – unter anderem eine "behutsame Reduzierung der Aufwandsentschädigungen für den gesamten Vorstand". König beruft sich auf die "Erwartungen und Interessen der ganz großen Mehrheit unserer Mitglieder", die nicht in erster Linie einem Diözesan- oder Bundesverband beigetreten seien, sondern sich vor Ort engagieren wollten. Damit stieß König offenbar auf Widerstand.
Besonders irritiert habe sie dabei das "unangenehme Diskussionsklima" in den höheren Vorstandsebenen der kfd, sagt König.
Eine zum Jahreswechsel 2023/2024 geplante drastische Beitragserhöhung hatte zuletzt für Diskussionen in der kfd gesorgt und zum Austritt von zahlreichen Mitgliedern und ganzen Ortsvereinen geführt. Vertreterinnen lokaler Gruppen beklagten, dass nur ein Bruchteil des Betrags vor Ort verbleibe und der Löwenanteil an die höheren Verbandsebenen weitergereicht werden müsse. Der Verband verliert rapide an Mitgliedern. Waren es 2016 noch 450 000 Mitglieder, wurden 2024 nur noch 265 000 gezählt.
Anne König sagt, "viele Funktionsträgerinnen in den überörtlichen Vorständen" hätten "weniger die wechselseitige Stärkung im Glauben und die Stärkung der Gemeinschaften vor Ort" im Blick, sondern würden sich mehr für "allgemeinere politische Stellungnahmen und Aktionen" interessieren. Dieser Wunsch sei zwar legitim, so König, dürfe jedoch nicht "die Verbindung zur Heiligen Schrift" verlieren oder "mit einem Desinteresse oder einer Geringschätzung der traditionellen Gemeinschaftsaktivitäten in unseren lokalen Verbänden" einhergehen.
Die CDU-Politikerin betont, die Aufgabe des Bundesverbandes bestehe vorrangig darin, "einen guten Service für die kfd-Gruppen und Mitglieder vor Ort zu bringen und alles dafür zu tun, sie dort zu unterstützen". Sie hoffe, dass ihr Rücktritt eine "interne Diskussion in der kfd befördert", an der sie sich als Mitglied "gerne beteiligen" werde.