1. RUHIGE ECKEN SCHAFFEN
Matratzen, Decken, Kissen und Plüschtiere laden dazu ein, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Die Spielregel: Es wird dort nicht gespielt und höchstens geflüstert; die Kinder bekommen die Ecke vorgeschlagen, aber nicht verordnet, und nutzen sie selbstständig, um positive Erfahrungen zu machen. Auch Fachkräfte dürfen sich in die ruhige Ecke setzen, sorgen so selbst für Entspannung und dienen als Vorbild für die Kinder.
2. BRÜCKEN BAUEN
Übergänge zwischen verschiedenen Tätigkeiten helfen Kindern, sich von einem Setting zu verabschieden und auf ein neues einzulassen. Eine kleine Dehnungseinheit oder eine Atemübung zwischen Spielphase und Mittagessen oder ein bestimmtes Musikstück oder mehrminütige Phase von Musik kann Kindern verdeutlichen, dass etwas nun vorbeigeht und etwas anderes ansteht. Ein solches Ritual muss erst eine Weile eingeübt werden, damit es wirksam ist. Auf den Einsatz ohne Ausnahmen sollte geachtet werden.
3. EMOTIONALES EINCHECKEN
Idealerweise passiert das morgens, wenn alle da sind, um nicht nur die eigenen Emotionen zu erkennen und zu formulieren, sondern auch von anderen zu hören, wie es ihnen geht. Ein Bild, auf dem ein Hund in verschiedenen Stimmungen dargestellt wird – vom extrem wedelnden bis zum eingeknickten Schwanz – symbolisiert verschiedene emotionale Zustände. Alternativ können verschiedene Emojis genutzt werden. Jede Emotion ist okay; es ist nicht falsch, traurig oder wütend zu sein. Die Emotionen sollen nicht bewertet oder bearbeitet werden, sondern das Ziel ist, kurz zu erzählen, was einen gerade beschäftigt.
4. DANKBARKEITS- ODER ERFOLGSRITUAL
Nach dem Wochenende, am Ende des Tages oder der Woche fragt man die Kinder, was ihnen besonders gut gefallen hat, was besonders schön war, worauf sie stolz oder wofür sie dankbar sind. Jede:r bekommt gleich viel „Erzähl-Raum“ in der Gruppe. Auch Fachkräfte können Persönliches von sich preisgeben. Also nicht nur sagen: „Ich bin stolz, dass du das geschafft hast“, sondern auch: „Ich bin stolz, weil ich gestern mein Fahrrad selbst repariert habe.“
5. KINDER-YOGA
Hierbei werden einfache Tier- oder Naturpositionen eingenommen: Katze, Schmetterling, Baum, Wolke etc. Der Fokus kann auf An- und Entspannung, also auf den Wechsel von Bewegung und Ruhe, gelegt werden. Unterstützend kann im Hintergrund Meditationsmusik laufen – alles ohne Erfolgsdruck und korrigierendes Eingreifen. Die Kinder können selbstständig körperliche Erfahrungen machen und merken, wie sie zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen.
6. ENTSPANNUNGSWÜRFEL
Auf einem großen Würfel sind sechs verschiedene Entspannungsübungen als Symbole dargestellt. Ein Kind kann die Übung des Tages würfeln, die dann direkt umgesetzt wird. Möglich ist zudem, mehrere Würfel zu nutzen oder die Würfel durch Übungen zu erweitern, die die Kinder vorschlagen.
7. ATEMÜBUNGEN
Atmen wie ein Tier: Die Kinder ziehen aus einem Tierbilder-Set ein Tier und versuchen dann so zu atmen, wie das Tier es wohl macht. Die Kinder können auch selbst Tiere vorschlagen.
8. FEEDBACKRUNDEN
„Was lief gut? Was könnte besser laufen? Was wünschst du dir?“ Eine routinemäßige Abfrage im Team, beispielsweise morgens oder mittags, wenn die Kinder schlafen, oder am Ende der Woche, kann Problemen oder Konflikten vorbeugen. Denn: Nicht miteinander im Austausch zu sein, wird langfristig mehr Zeit kosten und wahrscheinlich zu unangenehmen Situationen führen.
9. ROUTINEN UND ABLÄUFE ETABLIEREN
Feste Abläufe im Tagesplan geben Sicherheit und reduzieren Entscheidungsstress. Das gilt sowohl für Routinen, die mit den Kindern durchgeführt werden, als auch für Abläufe im Hintergrund. Dazu gehören klare Zuständigkeiten und Regeln für Notfälle und in Vertretungssituationen. Feste und transparente Aufgaben- und Rollenverteilungen vermeiden Doppelarbeit und Missverständnisse.
10. FORTBILDUNGEN ZU STRESSMANAGEMENT UND RESILIENZ
Idealerweise gibt es regelmäßig Fortbildungen, sodass die (interessierten) Teammitglieder immer wieder neue Impulse bekommen und an diesen Themen dranbleiben. Besonders effektiv kann es sein, wenn das gesamte Team sich gemeinsam weiterbildet.