Titelseite Ideenwerkstatt Gottesdienste 4/2026

Nr. 4/2026Christi Himmelfahrt bis 13. Sonntag im Jahreskreis

Inhalt

Das Ende der Osterzeit ist geprägt vom Thema »Abschied«. Die letzten beiden Sonntage, die das Fest Christi Himmelfahrt einrahmen, stellen Abschiedsreden Jesu in den Mittelpunkt. Und das Himmelfahrtsfest selbst berichtet dann in aller Deutlichkeit von diesem »endgültigen« Abschied Jesu aus der Welt. Damit ist die Lebensgeschichte des Menschen Jesus aus Nazaret, die ihren Anfang in der Liturgie des Heiligabends fand, nun zu Ende erzählt. Als Mensch geboren, als Mensch gestorben, als Mensch auferstanden ist dieser Jesus. Doch um dieses Menschenleben in seiner ganzen göttlichen Dimension zu verstehen, auch um zu verstehen, wie das Leben eines einzelnen Menschen in einem kleinen Land am Mittelmeer eine Weltreligion begründet, braucht es diesen endgültigen Abschied.
Und es braucht ein Zweites, für das Jesus mit seiner Himmelfahrt Platz machte: das Wirken des Heiligen Geistes. Pfingsten ist ohne Himmelfahrt nicht zu verstehen. Der Geist kann erst den Raum erfüllen, nachdem die im Leben zurückgelassenen Jüngerinnen und Jünger den Menschen Jesus losgelassen haben. Zu fixiert auf diesen einen wären sie sonst immer geblieben. Eine Sekte mit einem Guru … Das Himmelfahrtsfest enthält die deutliche Botschaft an die Menschen damals wie an uns heute: Jetzt seid ihr dran! Klammert euch nicht mehr am Vergangenen fest, schaut nach vorn und geht hinaus in die Welt. Ihr habt den Menschen viel zu sagen und viel zu geben. Und das Pfingstfest gibt uns die Gewissheit, dass wir zur Erfüllung dieses Auftrags alles mitbekommen haben, was wir brauchen. Der Heilige Geist, die schöpferische ruah, ist das Erbe Jesu, das kein Zaudern und keinen Zweifel mehr erlaubt.
Und so ist auch der Termin des Fronleichnamsfestes in diese Botschaft perfekt eingebunden: Zusammen mit dem Himmelfahrtsfest bildet es einen Rahmen um Pfingsten, ein Gesamtkonstrukt, das mit dem Abschied beginnt, in der Ausschüttung des Geistes und der Aussendung in die Welt seinen Höhepunkt erfährt und im Aufbruch, hinaus aus den Gotteshäusern in die Straßen, zu den Menschen, die Erfüllung des Auftrags symbolisiert. Nun liegt es an uns, diese liturgischen Symbole mit Leben zu füllen und im Hier und Heute zu verwirklichen, was wir Jahr für Jahr feiern.

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