Der Schulgottesdienst ist eine gottesdienstliche Feier im Lebensraum Schule. Er wird zu besonderen Anlässen wie Schuljahresbeginn und -ende, Einschulung, Abschlussfeiern oder kirchlichen Festzeiten gefeiert und richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft. Schulgottesdienste finden in Verantwortung der Kirchen statt und werden in der Regel in Zusammenarbeit mit der Schule vorbereitet. Sie bilden eine Brücke zwischen Kirche und Schule und greifen Themen auf, die den Schulalltag und die Lebenswelt junger Menschen prägen.
Schulgottesdienste stehen im Spannungsfeld von Liturgie, Bildung und Schulpastoral. Sie sind weder Religionsunterricht noch Schulveranstaltung, sondern eine eigenständige Gottesdienstform. Zugleich müssen Schulgottesdienste die religiöse und weltanschauliche Vielfalt einer Schule berücksichtigen. Deshalb werden sie oft ökumenisch gefeiert und so gestaltet, dass auch Schülerinnen und Schüler anderer Konfessionen oder Religionen sowie Nichtgetaufte daran teilnehmen können. In Schulen, in denen christliche Schülerinnen und Schüler nur noch eine Minderheit darstellen, wird häufig statt eines Schulgottesdienstes eine multireligöse Feier angeboten.
Eine feste liturgische Form für Schulgottesdienste gibt es nicht. Kennzeichnend für sie ist eine enge Verbindung zur Lebenswirklichkeit der Mitfeiernden. Biblische Texte und gottesdienstliche Zeichen werden auf Erfahrungen aus dem Schul- und Lebensalltag bezogen und häufig durch eine aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler ergänzt, etwa bei Lesungen, Musik, Gebeten oder szenischen Elementen. So wollen Schulgottesdienste einen Raum eröffnen, in dem Glaube gefeiert, persönliche Erfahrungen vor Gott gebracht und die Schulgemeinschaft im gemeinsamen Beten und Feiern gestärkt wird.
Manuel Uder, Trier