Zusammenfassung
Im Jahr 2016 formulierte der gerade emeritierte Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann in einem großen Interview seine deutlichen Vorbehalte gegen die von ihm sogenannten »XXL-Riesengemeinden « zumindest für das Bistum Mainz. Er ging davon aus, dass in den einzelnen (zum Teil kleinen) Ortsgemeinden das eigentliche kirchliche Leben stattfinde. Kirche müsse in diesem Sinne vor Ort präsent bleiben. »Leibhaftigkeit, Personalität und Präsenz vor Ort gehörten eigentlich zur katholischen Kirche«. Dieser Ort könne nicht ersetzt werden. Dazu kann man aus heutiger Sicht, zehn Jahre später, einiges anmerken. Emotional ist der Einwand des Kardinals nachvollziehbar und er ist bis heute in vielen Diskussionen zu hören. Die grundlegende Frage muss auch heute lauten: Wie kann die Kirche vor Ort gelebt und gestaltet werden?