Zusammenfassung / Summary
Jeremia vertritt die Notwendigkeit eines ‚neuen Bundes‘, doch im Gegensatz dazu ist die Aussage in Levitikus 26, dass ‚der Bund nicht gebrochen wird‘, als eine propriesterliche Aussage zu verstehen. In dieser Spannung spiegelt sich der Konflikt zwischen Priestern und prophetischen Kreisen nach der Exilszeit, und dieser ist nicht nur ein theologischer, denn er ist zugleich auch ein sozialer, da es um den Gegensatz zwischen fortgesetzter priesterlicher Machtausübung mittels ihrer Torainbesitznahme und der Vorstellung eines völligen Neuanfangs beim Toragehorsam geht, der jegliche Vermittlungsinstanz zwischen dem Volk und der Tora negiert, was die Notwendigkeit der priesterlichen Toravermittlung konsequent verneint.