Ihr alle kennt sicherlich diese Tage in der Kita, an denen man sich sechs Arme und zwei Köpfe wünscht. Eltern stehen vor der Tür, das Brot für das Frühstück ist nicht aufgetaut, Stühle stehen noch auf den Tischen und am Telefon kommt die Anfrage für eine Vertretung in einer anderen Kita.
Aber dann ist auf einmal dieser Moment da: Aus dem Augenwinkel bemerke ich eine kleine Hand, die zielstrebig zum Tablet griff. Kein Wort, keine Rückfrage. Die Hand stellt das Tablet auf den Tisch; die Anwesenheitsliste-App öffnet sich. „Ich habe die Kinder, die da sind, schon eingetragen“, sagt die 5-jährige Emma.
Ich lache, nicht nur, weil sie es so selbstverständlich äußert, sondern auch, weil sie recht hat. Während ich noch meine Gedanken sortierte, wusste Emma bereits, was als Nächstes zu tun war. Wir Erwachsenen planen, organisieren, beobachten und dokumentieren. Doch allzu oft sind es die Kinder, die uns daran erinnern, wie dieser Ort funktioniert. Und das ganz selbstverständlich.