Leon Boquoi: Erziehungsberufe werden auf Social Media immer mehr zum Thema, und das ist auch gut so. Dadurch werden auch die schönen Seiten des Berufs gezeigt und man bekommt einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag. Ich selbst erhalte von Menschen aus meiner Instagram-Community regelmäßig die Rückmeldung, dass meine Videos sie motivieren, sich näher mit dem Beruf des Erziehers und der Erzieherin zu beschäftigen. Besonders von Jugendlichen höre ich immer wieder, dass sie durch Social Media überhaupt erst auf den Beruf aufmerksam geworden sind. Auch das Thema männliche Erzieher wird häufig angesprochen. Viele schreiben mir, dass es noch zu wenige Männer in diesem Beruf gibt. Ich finde es schön, dass meine Inhalte vielleicht dazu beitragen, mehr junge Männer zu ermutigen, den Beruf auszuprobieren und beispielsweise in einer Kita zu arbeiten.
Was will die Wertschätzungskampagne „Wir sehen mehr“ erreichen?
Ich kann der Botschaft der Kampagne aus persönlicher Erfahrung nur zustimmen. Gerade in der Kita merkt man häufig, dass ein Weinen nicht einfach nur Weinen ist. Ich habe schon Situationen erlebt, in denen ein Kind zunächst traurig wirkte, hinter seinem Verhalten aber eigentlich Überforderung, Müdigkeit oder ein ganz anderes Bedürfnis steckte. Es können also ganz unterschiedliche Gefühle und Situationen dahinterliegen. Genau hinzuschauen und herauszufinden, was ein Kind in diesem Moment wirklich braucht, macht für mich einen wichtigen Teil des Erzieherberufs aus. Die Kampagne zeigt sehr gut, wie viel Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Fachwissen dazu notwendig sind.
In welcher Rolle siehst du Social Media für die Zukunft des Berufsfelds?
Social Media kann zukünftig eine wichtige Rolle dabei spielen, den Beruf sichtbarer und attraktiver zu machen. Vor allem authentische Einblicke in den Arbeitsalltag können helfen, Vorurteile abzubauen und mehr Menschen für den Beruf zu begeistern. Gleichzeitig werde ich selbst durch andere Creator immer wieder zu neuen Ideen für den Kita-Alltag inspiriert oder neu motiviert, wenn ich einmal einen schwierigen Tag hatte. Außerdem kann man sich über Social Media mit anderen pädagogischen Fachkräften vernetzen und Erfahrungen austauschen. Dadurch entsteht eine Community, von der man auch im eigenen Berufsalltag wirklich profitieren kann.
Wie schätzt du als Berufseinsteiger deine eigene berufliche Zukunft ein?
Ich blicke sehr positiv in meine berufliche Zukunft. Da ich jung bin, habe ich das Gefühl, dass mir beruflich noch viele Möglichkeiten offenstehen. Das motiviert mich sehr, weil ich nicht einfach nur einen Beruf ausüben, sondern wirklich etwas bewegen und eigene Ideen einbringen möchte. Ich habe jede Menge Vorstellungen davon, was ich im pädagogischen Bereich bewirken könnte, und freue mich darauf, sie Schritt für Schritt umzusetzen. Dabei möchte ich mich weiterentwickeln, aus Erfahrungen lernen und meinen eigenen Weg finden. Ich habe große Lust, mit viel Elan neue Dinge auszuprobieren und Positives für Kinder, Familien und den Beruf selbst zu bewirken.
WIR SEHEN MEHR
„Wir sehen mehr“ ist eine Kampagne des Bundesbildungsministeriums
mit dem Ziel, die Bedeutung
von Erziehungsberufen sichtbar zu machen.
Sie rückt das professionelle „Mehr-Sehen“
von pädagogische Fachkräfte mit ihrem Fachwissen
und Einfühlungsvermögen in den Mittelpunkt.
Mehr Infos: www.wir-sehen-mehr.de