Wer morgens eine Runde um den Block joggt oder am Wochenende gerne zum Spiel seines Lieblingsvereins pilgert, ist sich nicht unbedingt der Fäden bewusst, die untergründig zwischen Sport und Religion verlaufen. Bei näherem Hinsehen ist es eine irritierende, gefährliche Nähe: Soziologen deuten etwa ein Fußballmatch als Ritus, ein Stadion als moderne Kathedrale, den Siegesjubel als säkulares „Ite missa est“. Alles übertrieben? Mag sein.
Aber warum hat dann Diego Maradona sein Siegestor von Mexiko 1986 als „Hand Gottes“ rechtfertigen können? Der italienische Forscher Carlo Magnani glaubt, „dass Maradona völlig recht hatte“, denn dem Sport wohne „die Möglichkeit einer Transzendenz inne“, Sport sei „in sich religiös“. Schon das Ballspiel der Maya im heutigen Mexiko (in Chichen Itza hat sich einer ihrer Sportplätze erhalten) soll so etwas wie ein hochsymbolischer Ritus der Selbstvergewisserung ihres mystischen Denkens gewesen sein.
Sie sehen also: So leichtfüßig, wie man denken könnte, ist das Thema Sport nicht. Doch ich hoffe, dass Ihnen dieses Heft viele Denkanstöße bieten kann, die Ihnen auch spirituell weiterhelfen.
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