Ave Maria sind die Anfangsworte der lateinischen Fassung des bekanntesten Mariengebets der katholischen Tradition. Auf Deutsch beginnt es mit „Gegrüßet seist du, Maria“. Das Gebet wird auch „Englischer Gruß“ genannt, weil es mit dem Gruß des Engels Gabriel an Maria beginnt. Heute ist das Ave Maria vor allem mit dem Rosenkranzgebet, dem Angelus sowie mit persönlicher Frömmigkeit verbunden und gehört zu den verbreitetsten Gebeten des Christentums.
Das Gebet besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil greift biblische Worte auf: den Gruß des Engels Gabriel bei der Verkündigung („Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir“; Lk 1,28) sowie den Segensruf der schwangeren Elisabet bei ihrer Begegnung mit der ebenfalls schwangeren Maria („Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“; vgl. Lk 1,42). Der zweite Teil entstand später im Mittelalter und richtet sich bittend an Maria als Mutter Gottes: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.“
Der vollständige deutsche Text lautet heute:„Gegrüßest seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Das Ave Maria hat nicht nur im Gottesdienst und in der Volksfrömmigkeit einen festen Platz, sondern auch in Kunst und Musik eine große Wirkung entfaltet. Zahlreiche Komponisten haben den Text vertont, darunter Franz Schubert, Charles Gounod und Anton Bruckner. Liturgisch begegnet das Gebet besonders im Rosenkranz, in marianischen Andachten und beim Angelusläuten.
Manuel Uder, Trier