Mit Asperges (lat. aspergere = besprengen) wird die liturgische Besprengung der Gemeinde mit Weihwasser bezeichnet. Der Name geht auf den Anfang einer lateinischen Antiphon zurück, die traditionell – aber nur außerhalb der Osterzeit – dazu gesungen wird: „Asperges me, Domine, hyssopo et mundabor …“ („Besprenge mich, Herr, mit Ysop, und ich werde rein sein …“; vgl. Ps 51,9). In der österlichen Zeit ist anstelle der Antiphon Asperges me ein anderer Gesang vorgesehen: „Vidi aquam egredientem de templo, a latere dextro, alleluja …“ („Ich sah Wasser ausgehen vom Tempel und dessen rechter Seite. Halleluja …“).
Das Asperges ist ein Taufgedächtniszeichen: Das Weihwasser und das Wassermotiv der Gesänge verweisen auf die Taufe als Eintritt in das neue Leben in Christus und als Reinigung von Sünde. Die Besprengung der Gemeinde bringt diesen Zusammenhang sinnenhaft zum Ausdruck und erinnert die Gläubigen an ihre Berufung, als Getaufte zu leben.
Ein Asperges bzw. Taufgedächtnis findet heute vor allem zu Beginn der sonntäglichen Messfeier statt (vgl. im Messbuch den Anhang I: „Das sonntägliche Taufgedächtnis“). Der Zelebrant des Gottesdienstes segnet das Wasser und besprengt anschließend Altar und Gemeinde, oft begleitet von den oben genannten oder anderen Gesängen. Auch außerhalb der Messfeier ist ein Taufgedächtnis möglich, z. B. in einer Wort-Gottes-Feier. Dort werden die Mitfeiernden jedoch in der Regel nicht vom Leitungsdienst mit Weihwasser besprengt, sondern dazu eingeladen, zum Taufort zu kommen und sich selbst mit dem gesegneten Wasser zu bekreuzigen. Alternativ kann der/die Leiter/in ihnen ein Kreuzzeichen auf die Stirn oder Hand zeichnen.
Manuel Uder, Trier