Ritus

Ritus (lat. ritus = religiöser Brauch, festgelegte Feierweise) bezeichnet im allgemeinen Sinn eine nach überlieferter Ordnung vollzogene Handlung mit symbolischem Charakter. In Religion und Kultur meint der Begriff geregelte Formen des Feierns, Betens und Handelns, die Gemeinschaft stiften und Sinn vermitteln. Im kirchlichen Bereich spricht man von Ritus besonders für die geordneten Vollzüge des Gottesdienstes und der Sakramente.

Im engeren liturgischen Sinn bezeichnet Ritus die gewachsene Feiergestalt einer Kirche oder kirchlichen Tradition. Dazu gehören Texte, Gebete, Gesten, Gesänge, liturgische Gewänder, Kalenderordnungen und spirituelle Prägungen. aber auch das Kirchenrecht. So unterscheidet man etwa den Römischen Ritus, den Byzantinischen, Syrischen, Alexandrinischen, Armenischen oder Chaldäischen Ritus. Ein Ritus ist daher mehr als eine äußere Form; er verkörpert eine bestimmte Weise, den einen christlichen Glauben nach außen hin auszudrücken.

In der katholischen Kirche ist der Römische Ritus weltweit am weitesten verbreitet. Daneben bestehen innerhalb der lateinischen Kirche einzelne besondere Traditionen wie der Ambrosianische Ritus von Mailand oder der Mozarabische Ritus in Spanien. Zudem gehören zur katholischen Kirche zahlreiche katholische Ostkirchen mit eigenen Riten, die mit Rom in voller Gemeinschaft stehen. Die Vielfalt der Riten zeigt, dass kirchliche Einheit nicht Gleichförmigkeit bedeutet, sondern in unterschiedlichen liturgischen Traditionen Gestalt gewinnen kann.

Manuel Uder, Trier

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