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Die Ausgabe im Podcast
Jetzt in die Ausgabe reinhören. Diese Audiodatei stellt die Inhalte der aktuellen Ausgabe vor. Sie wurde mit KI generiert.
Audiotranskription:
Sprecher 1: Hallo und herzlich willkommen. Wir leben ja in einer Welt, die immer lauter wird, so ein ständiges Rauschen um uns herum.
Sprecher 2: Mhm.
Sprecher 1: Wie können wir da Kindern helfen, aus diesem ganzen Lärm die wichtigen Signale herauszufiltern?
Sprecher 2: Eine sehr gute Frage.
Sprecher 1: Genau dieser Frage widmet sich die Ausgabe „Ohren auf“ der Fachzeitschrift „Entdeckungskiste“. Sie haben uns diese als Grundlage geschickt und wir schauen uns jetzt mal gemeinsam an, welche praktischen Impulse sie für Ihre Arbeit bereithält.
Sprecher 2: Ja, und der entscheidende Punkt, der wird eigentlich sofort im Editorial gemacht: Es gibt da einen gewaltigen Unterschied
Sprecher 1: zwischen Hören und Zuhören.
Sprecher 2: Genau. Zwischen dem passiven Hören, also dem reinen Aufnehmen von Geräuschen. Das fängt ja schon im Mutterleib an, und dem aktiven, dem bewussten, Zuhören.
Sprecher 1: Und das ist eine Fähigkeit
Sprecher 2: für Sprache, für Kommunikation, eigentlich für alles Soziale.
Sprecher 1: Und genau dafür liefert das Heft wirklich fantastische spielerische Ansätze. Wir haben uns mal zwei Ideen rausgepickt, die uns besonders gut gefallen haben.
Sprecher 2: Oh ja.
Sprecher 1: Einmal ein sehr persönliches Ohren-Memospiel und dann Spiele, bei denen der eigene Körper zum Orchester wird. Klingt spannend, oder?
Sprecher 2: Sehr.
Sprecher 1: Fangen wir doch mal mit dem Memospiel an. Die Idee heißt: „Welches passt zu wem?“.
Sprecher 2: Eine ganz wunderbare Idee, weil sie das Visuelle und das Persönliche so schön verbindet. Die Kinder werden dabei selbst zu kleinen Forschern
Sprecher 1: und Fotografen.
Sprecher 2: Genau. Sie bekommen eine Digitalkamera und ziehen los, machen Porträts von einander, von Ihnen als Fachkraft, vielleicht sogar von Kuscheltieren. Natürlich immer nach Absprache.
Sprecher 1: Und dann kommt der Clou. Ja, dann kommt der zweite Schritt: Sie machen eine Nahaufnahme von nur einem Ohr der Person, die sie fotografiert haben. Das stelle ich mir schon großartig vor. Man schaut sich ja selten die Ohren von anderen so ganz genau an.
Sprecher 2: Eben.
Sprecher 1: Da entdeckt man doch sofort Unterschiede, oder? Ohrringe, Formen, Muttermale, das führt bestimmt sofort zu tollen Gesprächen.
Sprecher 2: Absolut. Genau das ist der Kern. Die ausgedruckten Fotos, also das Porträt und das Ohrdetail, die werden dann zu einem Memopaar zusammengeklebt.
Sprecher 1: Und beim Spielen geht es dann um mehr als nur um Gedächtnis.
Sprecher 2: Es geht um ganz genaues Beobachten. Welches Ohr gehört jetzt zu welchem Gesicht? Die Kinder schulen ihre visuelle Wahrnehmung und sie setzen sich auf eine sehr positive, neugierige Weise mit dem eigenen Körper und dem der anderen auseinander.
Sprecher 1: Okay, beim Memospiel haben wir die Ohren also ganz genau angeschaut, aber jetzt wollen wir sie mal richtig benutzen.
Sprecher 2: Jetzt wird’s akustisch und das Tolle an der nächsten Idee ist ja: Wir brauchen dafür überhaupt kein Material.
Sprecher 1: Richtig, das ist der Impuls „Mit Mund, Hand und Fuß“. Hier ist der eigene Körper das Instrument. Das hat ja jeder dabei und kann sofort mitmachen.
Sprecher 2: Man sammelt also erstmal.
Sprecher 1: Genau, einfach mal gemeinsam sammeln. Welche Geräusche können wir denn überhaupt erzeugen? Mit den Händen klatschen, reiben, schnipsen, mit den Füßen stampfen.
Sprecher 2: Stampfen, schleifen, ja. Und natürlich mit dem Mund schnalzen, pfeifen, summen. Da kommt eine erstaunliche Vielfalt zusammen.
Sprecher 1: Und aus diesem Fundus entstehen dann die Spiele. Mir hat da besonders das Körperorchester gefallen. Das muss ja eine unglaubliche Energie im Raum erzeugen.
Sprecher 2: Oh ja, Sie teilen die Kinder einfach in Instrumentengruppen ein, also die Klatscher, die Stampfer, die Zungenschnalzer.
Sprecher 1: Und dann wird dirigiert?
Sprecher 2: Genau. Ein Kind wird zum Dirigenten oder zur Dirigentin ernannt und gibt dann die Einsätze vor, bestimmt das Tempo, die Lautstärke.
Sprecher 1: Das fördert ja nicht nur das Rhythmusgefühl.
Sprecher 2: Nein, es fördert die auditive Wahrnehmung und vor allem die Gruppendynamik. Man muss aufeinander hören. Man muss wirklich zuhören, um ein gemeinsames Stück zu erschaffen.
Sprecher 1: Das sind natürlich nur zwei Beispiele. Beim Durchblättern habe ich gesehen, der Bogen ist ja noch viel weiter gespannt. Es geht sogar in den physikalischen Bereich.
Sprecher 2: Stimmt. Mit Experimenten zu Schallwellen.
Sprecher 1: Stichwort „Schall und Schlauch“. Ist das nicht schon ein bisschen zu komplex für Kita-Kinder?
Sprecher 2: Ganz im Gegenteil, das ist genial aufbereitet. Kinder sind ja von Natur aus neugierig. Wenn sie merken, dass der Schall durch einen Schlauch auch eine Kurve machen kann,
Sprecher 1: ist das ein Aha-Erlebnis.
Sprecher 2: Ein unvergessliches. Es macht ein abstraktes Phänomen total greifbar. Und daneben gibt es ja noch Anleitungen für Klangcollagen oder ein ganzes Projekt zum Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“,
Sprecher 1: wo es ja ganz stark um das Wiedererkennen einer Stimme geht.
Sprecher 2: Genau.
Sprecher 1: Was wir hier also sehen, ist, dass die Förderung des Zuhörens gar kein kompliziertes Zusatzprogramm sein muss.
Sprecher 2: Ja, überhaupt nicht.
Sprecher 1: Es lässt sich kreativ und mit einfachsten Mitteln in den Alltag integrieren.
Sprecher 2: Ganz genau. Und es geht um mehr als nur um Akustik. Wenn Kinder lernen, genau hinzuhören, diese feinen Unterschiede in Geräuschen, Tönen und Stimmen wahrzunehmen, dann lernen sie auch, sich selbst und andere besser wahrzunehmen.
Sprecher 1: Das ist ein sehr schöner Gedanke.
Sprecher 2: Es ist der erste Schritt zur Empathie. Wer die leisen Töne hört, übersieht auch die leisen Signale seiner Mitmenschen nicht so leicht.
Sprecher 1: Ein sehr wichtiger Punkt und das führt uns vielleicht zu einer abschließenden Frage, etwas, das Sie für sich mitnehmen können. Hören Sie doch mal ganz bewusst in Ihre eigenen Räume hinein.
Sprecher 2: Mhm.
Sprecher 1: Welche Geräuschkulisse herrscht da meistens vor? Ist das eine Umgebung, die das genaue Hinhören fördert oder ist sie oft von einem Lärmpegel überlagert, der Konzentration eher erschwert?
Sprecher 2: Und wie man das ändern kann?
Sprecher 1: Genau. Die kleine Anschlussfrage: Wo und wie könnten Sie im Alltag vielleicht ganz bewusst kleine Inseln der Stille oder gezielte Hörerlebnisse schaffen?