Beratung im Zeitalter von KIPerspektiven auf Beratende, Co-Beratende und neue Akteursformen

Zusammenfassung

Die Auseinandersetzung mit KI in Beratungskontexten zeigt vor allem eines: Nicht die Technologie allein bestimmt, wie sich Beratung verändert, sondern die Art und Weise, wie Professionelle diesen Entwicklungen begegnen, sie aktiv gestalten und in ihre Praxis integrieren. KI eröffnet neue Zugänge zu Unterstützung, erzeugt aber zugleich Ambivalenzen, die bislang bekannte Orientierungen und Routinen irritieren. Besonders dort, wo Ratsuchende KI-Systeme als vertraute Interaktions- oder gar Beziehungspartner nutzen, verschiebt sich die beraterische Aufgabe von der rein fachlichen Klärung hin zur gemeinsamen Reflexion neuartiger Beziehungserfahrungen und ihrer Bedeutung für konkrete Lebenszusammenhänge.
Damit rückt die professionelle Haltung erneut ins Zentrum: Berater*innen müssen KI weder idealisieren noch abwehren, sondern lernen, mit hybriden Kommunikationsformen und erweiterten Beziehungskonstellationen souverän umzugehen. Die Frage wird daher nicht sein, ob KI in der Beratung eine Rolle spielt, sondern wie Beratende diese Rolle fachlich professionell rahmen und mit ihrem professionellen Selbstverständnis in Einklang bringen. KI zwingt die Beratungspraxis so zu einer Weiterentwicklung, die nicht von Technik bestimmt werden muss, sondern von der Qualität professioneller Reflexion gestaltet werden kann.

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